Kampagne 99   Solidarität schafft Arbeit
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Botschaft der Aktion 1999 von Brot für alle und Fastenopfer

"Solidarisch mit den Armen und Ausgeschlossenen ins 3. Jahrtausend" heisst der Dreijahreszyklus 1997-99. Die Kernbotschaft unserer Kampagnen lautet:

Gott verheisst eine Welt ohne Armut. Gott leidet und kämpft mit den Armen und Ausgeschlossenen dieser Welt, damit alle ein Leben in Würde haben.

Unsere Botschaft für 1999:

Solidarität schafft Arbeit

In einer Zeit tiefgreifender globaler Umwälzungen

ð in der die neuen technologischen Entwicklungen in Transport, Informatik und Produktion mehr Arbeitsplätze zerstören als neue kreieren
ð in der viele Erwerbslose an Depressionen und Verlust des Selbstwertgefühls leiden und vom Ausschluss aus den sozialen Netzen bedroht sind
ð in der die grossen Konzerne als übernationale Grössen das Leben der Menschen bestimmen und die Wirtschaft den Primat über die Politik übernommen hat
ð in der die Angst, der Druck und der Stress bei denen, die noch eine Arbeitsstelle haben, ansteigt
ð in der Jugendliche wenig Chancen sehen, überhaupt einen befriedigenden Arbeitsplatz zu finden,
ð in der Frauen in den Entwicklungsländern rund 20 Prozent, in den Industrieländern rund 6 Prozent mehr arbeiten als die Männer und dabei nur für rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit (Männer zwei Drittel) entlohnt werden
ð in der die klassischen Rezepte der Wirtschaft nicht mehr wirksam sind
ð in der die Börsenkurse steigen, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden,
ð in der viele Menschen trotz harter Arbeit kein genügendes Einkommen haben (working poor)

betonen wir den christlichen Grundsatz vom unbedingten Wert jedes einzelnen Menschen. Das bedeutet, dass alle Menschen denselben Anspruch auf ein erfülltes Leben haben. Deshalb verlangen wir

Arbeit für alle

Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit und Existenzsicherung.

Existenzsicherung für alle

Arbeit und ein Einkommen, das ein Leben in sozialer Sicherheit ermöglicht, sind wichtige Grundlagen für eine menschenwürdige Existenz. Ohne sie entstehen Existenzangst, soziale Demütigung und Gewalt.

Würde für alle

Als Ebenbilder Gottes sind Frauen, Männer und Kinder unendlich mehr aIs blosse Produktionsfaktoren. Würde und Sinnerfüllung gründen nicht nur in der Erwerbsarbeit. Arbeit und Kapital müssen im Dienste des Menschen stehen. Menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen im Süden und Norden gehören unabdingbar dazu.

Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein leben und teilen mit vielen Menschen die Ungewissheit einer Umbruchsituation. Sie haben durch ihre Beziehungen mit Partnerorganisationen in vielen Ländern Erfahrungen, über nationalstaatliche Grenzen hinweg und in internationalen Netzen zu leben, zu arbeiten und zu handeln.

Deshalb:

ð weisen wir auf bestehende Alternativen im Süden und Norden hin und helfen durch unsere Projektarbeit mit, dass Alternativen im Sinne einer solidarischen Ökonomie entstehen, denn um dem "Denkvirus der Sachzwänge" entgegenzuwirken, braucht es Alternativen.

ð stärken wir durch unsere Projektunterstützung und entwicklungspolitische Arbeit die Basisorganisationen der Ausgeschlossenen und Verarmten, beziehen wir diese in die wichtigen Entscheidungen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein, fördern wir den fairen Handel und stehen wir für eine nachhaltige und soziale Entwicklung ein.

ð fordern wir gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Entlöhnung für Mann und Frau, für inländische wie ausländische Personen.

ð treten wir für die Aufwertung aller Tätigkeiten ein, die für das Zusammenleben in der Gesellschaft wichtig sind und in hohem Masse von Frauen geleistet werden, sei es Hausarbeit oder Freiwilligenarbeit. Die informelle Arbeit ist neu zubewerten.

ð unterstützen wir die Bemühungen, neue Möglichkeiten der Erwerbsarbeit im Süden und Norden zu schaffen und diese auf mehr Menschen zu verteilen.

ð bekämpfen wir ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, Schuldsklaverei und missbräuchliche Kinderarbeit.

ð treten wir für eine staatliche Politik ein, die ein Existenzminimum für alle ermöglicht, und für eine Wirtschaft, die sich am Lebensnotwendigen für alle orientiert.

ð unterstützen wir alle Massnahmen, die die Arbeit gegenüber dem Kapital aufwerten.

ð setzen wir uns dafür ein, dass diese Anliegen in der Ökumenischen Konsultation (in den Stellungnahmen der Kirchen) zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz aufgenommen werden.

Unsere Überlegungen und Aktionen gründen auf der befreienden Kraft des christlichen Glaubens und auf der zukunfteröffnenden Vision der biblischen Frohbotschaft.

 

© 1998, 1999 FASTENOPFER/ BROT FÜR ALLE.