Kampagne 99   Solidarität schafft Arbeit
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Schafft Solidarität Arbeit?

"Beschäftigt sind wir von früh bis spät - aber an bezahlter Arbeit mangelt es." Diese Aussage einer Frau aus Peru fasst die Situation vieler Länder im Süden zusammen. Wie schaffe ich es, mir meinen Lebensunterhalt zu sichern? Auch in Europa stellt sich diese Frage immer dringender. Was geschieht, wenn ich "ausgesteuert" werde, wie kann ich meine und die Bedürfnisse meiner Familie sichern?

 

Globaler Wandel

Unsere Gesellschaft ist zu einem weltumspannenden Markt geworden, in dem alles "rentieren" muss. Nichtbezahlte Arbeit wie Familienarbeit oder Freiwilligenarbeit, die meistens von Frauen geleistet wird, gilt nichts, obwohl unser Alltag ohne diese nicht mehr funktionieren würde. Die bezahlte Beschäftigung wird dadurch zur zentralen Lebensfrage. Weil aber immer mehr Menschen von der Erwerbsarbeit ausgeschlossen werden, da die neuen Technologien es ermöglichen und es rentabler ist, Arbeitsplätze abzubauen und (dadurch) Börsengewinne zu erzielen, teilt sich die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer auf und selbst die Bessergestellten fürchten den Absturz in die Erwerbslosigkeit und den Verlust ihrer Identität.

 

Neue Sklaverei

In den Ländern des Südens hat der liberalisierte Markt zwar neue Arbeitsplätze in Exportzonen geschaffen, aber viele dieser Jobs gleichen der Sklavenarbeit und reichen oft nicht einmal, um die notwendigsten Bedürfnisse der Menschen abzudecken. Auf dem Land arbeiten ganze Familien mit ihren Kindern auf den Feldern, um zu ihrer täglichen Schale Reis zu kommen und in den Städten üben viele bis zu drei Berufe täglich aus, um ihre Existenz sichern zu können. Der Begriff der 2/3-Gesellschaft ist in manchen Ländern längst überholt, da sich oft nur noch eine kleine Oberschicht einen gewissen Lebensstandard leisten kann.

 

Hoffnung schüren

Aber es gibt Alternativen. Wir geben unsere Hoffnung auf eine menschlichere Wirtschaft nicht auf, denn auch die Wirtschaft ist Teil dieser Schöpfung, die Gott zur Vollendung führen will. Deshalb unterstützen Fastenopfer und Brot für alle Bäuerinnen und Bauern in Brasilien im Kampf um ein Stück Land. Wir ermutigen Frauen in Afrika weitere Kleinspargruppen zu gründen, um Kapital für Saatgut zu erhalten. Wir unterstützen die Gewerkschaftsbewegung auf den Philippinen in ihrem Engagement für existenzsichernde Löhne und eine sinnvolle Agrarreform. Wir setzen uns ein für bessere Arbeitsbedingungen der Frauen in den Exportfabriken von Honduras.

 

Gemeinsam handeln

Sie können für die Menschen im Süden etwas tun: Mit Ihrer Unterschrift in der Clean-Clothes-Campaign engagieren Sie sich für faire Bedingungen in der Modebranche. Durch Ihr Mitdenken in der Ökumenischen Konsultation der Schweizer Kirchen überlassen Sie die Zukunft nicht allein den Strategen eines globalen Marktes. Mit dem Kauf von fair gehandelten Produkten bekämpfen Sie missbräuchliche Kinderarbeit und zahlen Kleinbetrieben oder Kooperativen einen fairen Lohn für ihre Arbeit. Mit einer Spende unterstützen Sie zahlreiche Initiativen auf der ganzen Welt für mehr Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen.

 

Solidarität schafft Arbeit. Mit unserem gemeinsamen solidarischen Handeln bezeugen wir, dass wir nicht blosse Produktionsfaktoren im Dienste einer unmenschlichen Maschinerie sind, sondern Frauen, Männer und Kinder, die gemeinsam an einer menschenwürdigeren Welt arbeiten.

 

© 1998, 1999 FASTENOPFER/ BROT FÜR ALLE.