Kampagne 99   Solidarität schafft Arbeit
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Sparkasse gegen Armut und Ausbeutung

 

In einem kleinen Dorf in Indien haben sich die Frauen zusammengeschlossen, um gegen die Armut und die Ausbeutung anzukämpfen. In einer gemeinsamen Kasse, die von den Frauen selber verwaltet wird, werden die Ersparnisse aller zusammengetragen. Auf diese Weise können in Notsituationen Mittel zur Verfügung gestellt und wichtige Infrastrukturaufgaben im Dorf verwirklicht werden. Beratung für die Investitionen bietet ein lokales Hilfswerk, das vom Fastenopfer unterstützt wird.

Fünf Uhr morgens. Kalpana Sarder steht am Trog neben ihrer Lehmhütte und wäscht das Geschirr vom Vortag. Die Familie hatte Glück. Gestern gab es ein reichhaltiges Mahl. Mit den Reisresten kann Kalpana nun ein feines Frühstück zubereiten. Dann geht sie Wasser holen. Sie sammelt allerlei Kräuter und findet auch essbare Heuschrecken. Unterwegs begegnet sie Frauen aus ihrem Dorf. Alles landlose Dalits («Unberührbare»). Sie leben von schlecht bezahlter Arbeit auf den Feldern der Grossgrundbesitzer. Während der Trockenzeit müssen sie sich bei ihnen zu Wucherzinsen verschulden.

Vor gut einem Jahr haben sich die Frauen zusammengeschlossen und gemeinsam zu sparen begonnen. Kalpana wurde zur Kassiererin ernannt. Sie registriert die Ersparnisse - während der Feldarbeit kommen umgerechnet zwei Rappen im Tag dazu. So können die Familien in Notsituationen einen Überlebenskredit aufnehmen, ohne sich noch mehr verschulden zu müssen. Ein lokales Hilfswerk, das eng mit dem Fastenopfer zusammenarbeitet, berät sie dabei.

Der nächste Schritt der Frauen wird sein: Zusammen mit Frauen aus den Nachbardörfern bei den zuständigen Regierungsstellen das zu beantragen, was allen Menschen dieses Landes zusteht: Schulen, Gesundheitsposten, Wasserversorgung, usw. Kalpana Sarder und ihre Mitstreiterinnen werden nicht lockerlassen. (ls/md)

Fastenopfer-Projekt E98/317-105.104429

 

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