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Vergangenheit weist Zukunft

 

Ökologischer Notstand im Senegal. Die überbeanspruchten Böden bieten nur noch wenig landwirtschaftlichen Ertrag. Die Landbevölkerung ist gefordert, Alternativen zu entwickeln, Phantasiereichtum walten zu lassen, sich neu zu orientieren. Die Vergangenheit erweist sich oft als bester Wegweiser und alte Bebauungs- und Produktionsformen finden erneut ihre Anwendung. Eine Partnerorganisation des Fastenopfers steht den ansässigen Bauernorganisationen mit Rat und Tat beiseite.

«Ja, damals lebten wir im Überfluss. Für die Mahlzeiten musste ich nur ein bisschen Öl kaufen. Alles andere gedieh auf unseren Feldern. Die Kinder waren kräftig und gesund», sagt die 62-jährige Habi Diop aus Bayak, und ihr Mann fügt hinzu: «Ja, damals...Fruchtbare Böden, konstante Feuchtigkeit. Ab und zu ein bisschen Kuh-, Schaf- oder Ziegenmist. Das war alles.»

Heute ist das anders. Senegal steht vor dem ökologischen Kollaps: Zu wenig Regen seit 30 Jahren, Übernutzung des Bodens, Kahlschlag, Brandrodung, versalzene Böden infolge exzessivem Kunstdünger- und Pestizideinsatz...

Doch das Problembewusstsein wächst, vor allem bei den Frauen. ENDE PRONAT, eine Partnerorganisation des Fastenopfers, arbeitet zusammen mit Bauernorganisationen, die ökologische Landwirtschaft und Viehzucht betreiben wollen. Oftmals erweisen sich die «neuen» Methoden als die uralten. Rückbesinnung auf verlorengegangenes ökologisches Wissen tut not. Ebensowichtig ist es, Produzierende und Konsumierende zusammenzubringen. Die Bioprodukte brauchen Absatzmärkte, zum Beispiel gute Standorte auf den Grossmärkten der Hauptstadt Dakar.

Die Bäuerinnen und Bauern, die mit ENDE PRONAT zusammenarbeiten, sind voller Zuversicht. Erste Erfolge zeichnen sich ab. Bisher werden drei Organisationen in 18 Dörfern unterstützt. Auch Gemüseverkäuferinnen und Konsumentenorganisationen in Dakar werden von ENDE PRONAT beraten. (md)

Fastenopfer-Projekt E98/146-005.104787

 

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