Preis der ökumenischen Jury in Locarno geht an «Short Term 12»   

Die Ökumenische Jury am Filmfestival Locarno vergibt ihren Preis an den Film «Short Term 12» von Destin Cretton, mit folgender Begründung: «Im Film wird die Geschichte eines Zentrums für Jugendliche erzählt, die auf der Schattenseite der Gesellschaft leben. Missbrauch und Trauma werden mit einem deutlichen und direkten ästhetischen Verfahren präsentiert, welches Engagement und Solidarität zwischen Erziehenden und Bewohnern betont. In einer tragenden, gegenseitigen Beziehung findet die Hauptfigur Grace die Kraft, ihre Vergangenheit zu bewältigen und eine Zukunft jenseits der Gewalt zu beginnen.» Der Preis an «Short Term 12» ist mit CHF 20'000 dotiert und an die Filmdistribution in der Schweiz gebunden. Das Preisgeld wird von den evangelisch-reformierten Kirchen und der römisch-katholischen Kirche der Schweiz zur Verfügung gestellt.

Zudem vergibt die Jury eine lobende Erwähnung an den Schweizer Dokumentarfilm «Tableau noir» mit der Begründung: «Yves Yersin legt einen emotionalen Dokumentarfilm über eine Schulschliessung in den Schweizer Bergen vor. Er zeigt, wie man Kindern das Vertrauen in das Leben lehren kann – mit sensiblen Bildern und starken Szenen, die Hoffnung und Freude vermitteln.»

Die Ökumenische Jury verleiht seit 1973 ihren Preis an Filmschaffende, denen es mit künstlerischer Begabung am besten gelingt, die Zuschauerin und den Zuschauer für religiöse, menschliche und soziale Werte zu sensibilieren. Sie befragt die Visionen der Filmschaffenden nach einem Sinn für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt sowie nach spirituellen Dimensionen. Dabei bleibt sie offen für die Leiden und die Abgründe menschlicher Existenz und sucht nach Kinoerfahrungen, die Hoffnung geben.

 

Samstag, 17. August 2013, 16:30