Ökumenischer Preis von Fribourg 2012 an brasilianischen Film   

Die Ökumenische Jury der 26. Ausgabe des FIFF 2012 vergibt ihren Preis an den Film: «Histórias que só existem quando lembradas»

(Brasilien/Argentinien/Frankreich 2011) von Julia Murat.

In einem abgelegenen Dorf des Paraiba-Tals scheint die Zeit still zu stehen, eine Gruppe alter Menschen vollführt jeden Tag die gleichen Gesten und Rituale. Die Ankunft einer jungen Fotografin bringt Leben in die verschlafene Welt. Eine Arbeit über Vergänglichkeit, über Erinnerung und Tod – der schöne Film voller Symbole zeigt, wie die Anwesenheit der jungen Frau und ihr Umgang mit der Fotografie Erinnerungen an die Oberfläche steigen lässt. Dadurch erhält das Leben wieder Sinn – und auch der Tod. Der zu Beginn geschlossene Friedhof ist am Ende wieder offen.

 

Die ökumenische Jury hebt zwei weitere Filme besonders hervor:

«Asmaa» (Ägypten, 2011) von Regisseur Amr Salama, der – ausgehend von einer mutigen Frau – eindrücklich zeigt, wie eine traditionelle Gesellschaft mit AIDS umgeht.

«El Campo» (Argentinien/Frankreich/Italien, 2011) vom Argentinier Hernán Belón, der überzeugend die Mechanismen des Fantasy Films nutzt, um das Leben einer jungen Familie zu beschreiben und der das fragile Gleichgewicht zwischen Liebenden zeigt, die sich mit ihren Plänen und Erwartungen gegenseitig einschränken.

Der von den beiden kirchlichen Hilfswerken Fastenopfer (katholisch) und Brot für alle (reformiert) mit CHF 5`000 dotierte Preis wird der Regisseurin oder dem Regisseur vergeben, deren/dessen Film im offiziellen Wettbewerb innovativ und künstlerisch anspruchsvoll die Situation von Frauen und Männern in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas reflektiert sowie für Menschenrechte und Solidarität einsteht.

Weitere Informationen

Samstag, 31. März 2012, 20:53