Ökumenischer Preis von Locarno geht an «Une Estonienne à Paris»   

Die Jury der kirchlichen Filmorganisationen SIGNIS und INTERFILM zeichnet den Film «Une Estonienne à Paris» mit ihrem Preis aus: «Der formvollendete und exzellent gespielte Film behandelt auf berührende Weise existenzielle Themen wie Verlust, Altwerden, Liebe, Trauern, Nächstenliebe und die Begegnung mit den anderen.» Der Regisseur Ilmar Raag inszeniert seinen Film mit der Diva Jeanne Moreau als alternde Dame in Paris, die eine estnische Haushälterin benötigt, um ihren Lebenssinn wieder zu finden.

Zudem vergibt die Jury eine lobende Erwähnung an den österreichischen Film «Der Glanz des Tages» von Tizza Covi und Rainer Frimmel mit der Begründung: «Der Film zeigt, wie man das Leben von anderen verändern kann, indem man für den Nächsten und den Fremden bedingungslos da ist, auch wenn es riskant wird.»

 

Erfolg mit dem Ehrengast Zanussi

Die ökumenische Jury feierte in Locarno ihr 40jähriges Jubiläum mit einer Einladung an den polnischen Regisseur Zanussi, der am ökumenischen Gottesdienst sowie an einem Roundtable auf der Piazza Grande teilnahm. Insbesondere die Vorführung des ersten Ökumenischen Preisträgers «Iluminacja» von 1973 und die von Zanussi gehaltene Masterclass im Rahmen der «Locarno Summer Academy» waren sehr erfolgreich. Mit dem Ehrengast und der Präsenz am Festival von Locarno wurde die  Bedeutung der kirchlichen Filmarbeit am grössten Kulturanlass der Schweiz unterstrichen.

 

Förderung des Preisträgers für den Verleih in der Schweiz

Weil es wichtig ist, dass der ausgezeichnete Film auch nach dem Festival gesehen werden kann, stellen seit einigen Jahren die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche für den Preis der Ökumenischen Jury in Locarno den Betrag von 20»«000 Franken zur Verfügung. Dieses Preisgeld ist an den Verleih in der Schweiz gebunden und wird ausbezahlt, wenn ein Schweizer Verleiher bereit ist, die Auswertungsrechte für den Film zu kaufen und ihn, versehen mit den entsprechenden Sprachversionen, ins Kino zu bringen. «Une Estonienne à Paris» bekommt dadurch eine grössere Breitenwirkung beim Publikum.

 

Medienkontakt: Charles Martig, SIGNIS Jurykoordinator

E-Mail: jury@kirchen.ch

Samstag, 11. August 2012, 18:22