Ökumenische Jury am Filmfestival Locarno   

Sie verleiht seit 1973 ihren Preis an einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb, dem es mit wirklicher künstlerischer Begabung gelingt, das Publikum für religiöse, menschliche oder soziale Werte zu sensibilisieren. Sie befragt die Visionen der Filmschaffenden nach einem Sinn für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt sowie nach spirituellen Dimensionen.

Eine Ökumenische Jury gibt es neben Locarno zur Zeit auch in Cannes (seit 1974), Montréal, Leipzig, Berlin, Karlovy Vary, Mannheim-Heidelberg, Fribourg, Kyiv, Cottbus, Zlin, Yerevan, Warsaw und seit 2011 auch im ungarischen Miskolc. In Locarno stellen die evangelisch-reformierten und die römisch-katholisch Kirche für den Preis einen Betrag von 20 000 CHF zur Verfügung, der an die Filmdistribution des Films in der Schweiz gebunden ist.

Locarno bevorzugt seit jeher das unabhängige Filmschaffen, das bereit ist, Grenzen zu sprengen und Konventionen zu überwinden. Neben dem Programm der Piazza Grande, das als Herzstück des Festivals gilt, und zahlreichen anderen Sektionen, setzt das Festival insbesondere auf den internationalen Wettbewerb, in dem 17 Langfilme aus aller Welt um den begehrten Pardo d’oro konkurrieren. Spiel- und Dokumentarfilme von jungen Autoren finden sich dort Seite an Seite mit Werken renommierter Vertreter des zeitgenössischen Kinos und zeichnen gemeinsam eine neue Landkarte der Filmkunst. 

Im Rahmen des Festivals führt die ökumenische Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Tessin am Sonntag, 10. August um 11h15 in der Kirche S. Maria Assunta (»Chiesa nuova»), via Cittadella, einen bereits zur Tradition gewordenen ökumenischen Gottesdienst durch. Beim anschliessenden Apéro im Kreuzgang, offeriert von der katholischen Pfarrei S. Antonio Locarno, werden die Mitglieder der diesjährigen Oekumenischen Jury vorgestellt.

Die international zusammengesetzte Ökumenische Jury besteht aus: Alyda Faber, Halifax (Kanada), Blanca Maria Monzón, Buenos Aires (Argentinien), Milja Radovic, Edinburgh (England), Ingrid Ruillat, Lyon (Frankreich), Florin-Ioan Silaghi, Bukarest (Rumänien) und wird präsidiert von Andreas Engelschalk, Wetzlar (Deutschland).

Dienstag, 29. Juli 2014, 13:46