Polnischer Regisseur Zanussi als Ehrengast am Filmfestival Locarno   

Kirchliche Filmarbeit feiert den ersten Preisträger der Ökumenischen Jury

Die Präsenz der 40. Ökumenischen Jury am Festival del film Locarno (vom 1.-11.8.2012) zeigt das Interesse der Schweizer Kirchen am Dialog mit den Filmschaffenden. Dabei wird auch die Bedeutung der ökumenischen Zusammenarbeit von SIGNIS und INTERFILM zum Ausdruck gebracht. Die beiden Medienorganisationen bezeugen damit dem Festival den Respekt und Dank für seine Unterstützung der kirchlichen Präsenz am wichtigsten Kulturanlass der Schweiz. Als Spezialgast laden sie gemeinsam mit dem Festival den Regisseur Krzyzstof Zanussi und den früheren Festivaldirektor Moritz de Hadeln ein.

Zusammensetzung der Jury

Mit der internationalen wie fachkompetenten Zusammensetzung der diesjährigen Jury zeigt sich das Spektrum der ökumenischen Juryarbeit: Pastorin Dr. Julia Helmke, Beauftragte für Kunst und Kultur in der Hannoverschen Landeskirche, die 2005 eine Dissertation über «Kirche, Film und Festivals» publiziert hat, wird als INTERFILM-Vertreterin die Jury präsidieren. Der Filmhistoriker Dr. Guido Convents, der auf afrikanisches Kino spezialisiert ist, nimmt neben vielen anderen Aufgaben für SIGNIS vor allem auch die Jurykoordination wahr. SIGNIS ist zudem durch den jungen Schweizer Theologen Benjamin Ruch und den Ungarischen Medienforscher und Soziologieprofessor Dr. Akos Kovacs vertreten; INTERFILM seinerseits durch die an der Universität in Berkley (USA) lehrende Waldensertheologin Dr. Gabriella Lettini und die am Filmfestival in Cannes als Jurykoordinatorin wirkende Vizepräsidentin Pfarrerin Denyse Müller.

Kirchen bringen den Film zum Publikum

Weil es wichtig ist, dass der ausgezeichnete Film auch nach dem Festival gesehen werden kann, stellen seit einigen Jahren die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche für den Preis der Ökumenischen Jury in Locarno den Betrag von 20»«000 Franken zur Verfügung. Dieses Preisgeld ist an den Verleih in der Schweiz gebunden und wird ausbezahlt, wenn ein Schweizer Verleiher bereit ist, die Auswertungsrechte für den Film zu kaufen und ihn, versehen mit den entsprechenden Sprachversionen, ins Kino zu bringen. Das war zum Beispiel beim letztjährigen Preisträger «Vol spécial» von Férnand Melgar der Fall. Diese Gelegenheit nehmen die kirchlichen Filmstellen im Rahmen ihrer publizistischen Möglichkeiten jeweils auch wahr, um den Film dem Publikum vorzustellen.

Hintergrund, Informationen, Events

Kontakt: jury@kirchen.ch

Mittwoch, 11. Juli 2012, 10:30