|
G2W - Oktober 2010 - Griechenland
erscheint am 27. September 2010
G2W - September 2010 - Ökumene; Ungarn
Erscheinungsdatum: 27. August 2010
Johannes Oeldemann: Der orthodox-katholische Dialog steht vor einer Bewährungsprobe (S. 12-14)
Neun Jahre lang stand Walter Kardinal Kasper als Präsident dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen vor. Bei seinem Dienstantritt herrschte eine «ökumenische Eiszeit» zwischen Orthodoxen und Katholiken, die jedoch in den letzten Jahren einer allmählichen Wiederannäherung gewichen ist. Vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung ist das Dokument von Ravenna (2007), das mit seinen Aussagen zu Konziliarität und Autorität sowohl für Katholiken wie für Orthodoxe eine Herausforderung darstellt.
Dagmar Heller: Divergenzen und Perspektiven im Dialog zwischen Orthodoxie und Protestantismus (S. 15-17)
Zwischen den orthodoxen und evangelischen Kirchen hat sich im 20. Jahrhundert ein lebhafter ökumenischer Dialog entwickelt, der auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet. In den letzten Jahren kam es allerdings immer wieder zu Irritationen zwischen beiden Seiten, die sich an ekklesiologischen und moralisch-ethischen Grundsatzfragen entzündeten. Die Autorin zeigt die vielfältigen Problemlagen auf und weist auf mögliche Perspektiven im orthodox-evangelischen Dialog hin.
Radovan Bigović: Orthodoxie, Ökumene und religiöse Toleranz (S. 18-19)
Der Belgrader Theologieprofessor und Priester Radovan Bigović ist einer der profiliertesten Theologen der Serbischen Orthodoxen Kirche, der sich in den letzten Jahren immer wieder mit den Herausforderungen der Moderne an die Orthodoxe Kirche auseinander gesetzt hat. Einige seiner zahlreichen Artikel zu diesem Thema sind nun erstmals in englischer Sprache in dem Band «The Orthodox Church in 21st Century» zugänglich (s. die Buchbesprechung in diesem Heft, S. 31). In dem Buch nimmt Prof. Bigović auch zu Fragen der Ökumene und der orthodoxen Beteiligung an der ökumenischen Bewegung Stellung. Auszüge dazu (im Original S. 108-116) veröffentlicht G2W an dieser Stelle.
Andreas Oplatka: Hoffnungen und Sorgen nach dem Machtwechsel in Ungarn (S. 20-21)
Die ungarischen Parlamentswahlen haben zu einem Rechtsruck geführt. Die konservative Partei Fidesz errang zwei Drittel aller Mandate, während die bisher regierenden Sozialisten ein Debakel erlitten. Drittstärkste Kraft wurde die rechtsextreme Jobbik-Partei. – Der Autor geht auf die ersten Maßnahmen des neuen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ein sowie auf die Herausforderungen, vor die sich die neue Regierung gestellt sieht.
Zoltán Balázs: Staat, Gesellschaft und katholische Kirche in Ungarn (S. 22-25)
Laut der Volkszählung von 2001 bekennt sich die Mehrheit der ungarischen Bevölkerung zur römischkatholischen Kirche (ca. 54%). In den letzten 20 Jahren ist es der katholischen Kirche im Land gelungen, wieder eine geordnete Struktur aufzubauen und strittige Fragen mit dem Staat zu klären, wie etwa die nach der Restitution kirchlichen Eigentums. Innergesellschaftlich wird die Kirche allerdings kaum als große moralische Autorität wahrgenommen.
Jürgen Buch: Als Ferienpfarrer in Nida (S. 26-27)
Seit 1999 entsendet die EKD jeden Sommer regelmäßig Ferienpfarrer nach Nida, einem Dorf auf der Kurischen Nehrung in Litauen. Für die kleine protestantische Gemeinde und die örtliche Kirche hat sich besonders Pfarrer Manfred Schekahn eingesetzt, der selbst deutsch-kurische Vorfahren hat und von der Landschaft und der Geschichte der Nehrung fasziniert ist. – Eine Sommerreportage aus Litauen.
G2W - Juli/August 2010 - Tschechien; Islam in Südosteuropa u.a.
Erscheinungsdatum: 24. Juni 2010
Peter Svorc: Ethnische Spannungen in den Kirchen der Ostslowakei (S. 11-13)
Die Ostslowakei ist seit jeher ein ethnisch wie konfessionell gemischtes Gebiet (s. dazu den ersten Teil des Artikels in G2W 6/2010, S. 21-23). Nach 1989 traten ethnische Spannungen deutlicher zu Tage – auch in den Kirchen. Besonders heftige Diskussionen wurden innerhalb der griechisch-katholischen Kirche geführt, in der eine ruthenische Fraktion von Priestern und Laien gegen die aus ihrer Sicht übermäßige Slowakisierung protestierte. Der Autor erläutert den Hintergrund der innerkirchlichen Debatten: die «Wiedergeburt» der ruthenischen Nation nach 1989.
Jaroslav Sebek: Transformationen der katholischen Volkspartei in den böhmischen Ländern (S. 14-17)
Ende Mai 2010 gaben die tschechischen Wähler in überraschender Deutlichkeit «neuen» politischen Formationen den Vorzug gegenüber den traditionellen Parteien. Zu letzteren gehört die in der politischen Mitte anzusiedelnde katholische Volkspartei, die 1919 gegründet wurde. Der Autor beschreibt entscheidende Etappen in der Geschichte der Volkspartei seit ihrer Gründung bis in die Gegenwart und stellt die Frage, ob sie auch in Zukunft ihren Platz auf der politischen Bühne des Landes finden wird.
Klaus Buchenau: Orthodoxe in Tschechien (S. 18-19)
Die «Orthodoxe Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei» ist erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden – vor allem durch Konversion römisch-katholischer Tschechen und griechisch-katholischer Ruthenen zur Orthodoxie. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Orthodoxen in Tschechien und deren wechselvolle Geschichte im 20. Jahrhundert.
Rahel Cerná-Willi: Zur Situation der orthodoxen Kirche Polens heute (S. 20-21)
An der Jahrestagung der Gesellschaft für das Studium des Christlichen Ostens (GSCO) hielt Erzbischof Jeremiasz (Anchimiuk) von Wroc?aw und Szczecin von der Polnischen Autokephalen Orthodoxen Kirche (POK) am 23. April 2010 in Eichstätt einen Vortrag, in dem er auf die wichtigsten aktuellen Herausforderungen an seine Kirche - das Verhältnis der POK zum polnischen Staat, die ökumenischen Beziehungen und die verschiedenen Gruppen innerhalb der Kirche - einging.
Edvin Pezo: Staat und Islamische Gemeinschaften in Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten (S. 22-25)
Mit dem Zerfall Jugoslawiens ist auch die vormalige «Islamische (Glaubens-)Gemeinschaft Jugoslawiens» auseinandergebrochen. In den jugoslawischen Nachfolgestaaten haben sich unterschiedliche Nachfolgeorganisationen konstituiert, die zumeist nur noch eine bestimmte muslimische Bevölkerungsgruppe vertreten. Der Autor zeichnet die institutionelle Entwicklung der Islamischen Gemeinschaft(en) und deren Verhältnis zur jeweiligen Staatsmacht von 1945 bis in die Gegenwart nach.
Bashkim Iseni: Islam und Politik bei den Albanern (S. 26-29)
Albanischsprachige Muslime sind in Südosteuropa in Albanien, Kosovo, Makedonien und Serbien anzutreffen. Neben Gründen für die Islamisierung eines Großteils der albanischsprachigen Bevölkerung und dem Verhältnis von albanischer Nationalbewegung und Islam im 19. Jahrhundert widmet sich der Artikel vor allem den muslimischen Albanern in den jugoslawischen Nachfolgestaaten.
Andrea Friedli: Tatarstans Polykonfessionalismus nach Mintimer Schajmiev (S. 30-31)
Im März 2010 ging eine Ära zu Ende: Mintimer Schajmiev trat nach 20-jähriger Amtszeit als Präsident der russischen Teilrepublik Tatarstan zurück. Sein Nachfolger ist Rustem Minnichanov, der bisherige Ministerpräsident Tatarstans. Ungewiss ist, ob es Minnichanov gelingt, das von Schajmiev etablierte «Tatarstan-Modell» fortzuführen, das sich um einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Bevölkerungsgruppen bemüht.
Gerhard Simon: Politische Kehrtwende in der Ukraine - die Blaue Revanche (S. 32-35)
Am 7. Februar wurde Viktor Janukovytsch in der Stichwahl gegen die unterlegene Kandidatin Julija Tymoschenko zum neuen Präsidenten der Ukraine gewählt. Im zweiten Anlauf hat es Janukovytsch somit geschafft, das wichtigste Amt im Staate zu erobern. 2004 hatte sein durch Manipulation errungener «Wahlsieg» die «Orange Revolution» ausgelöst. Die Repräsentanten des orangen Lagers haben sich durch interne Querelen in den letzten fünf Jahren allerdings selbst diskreditiert. Das blaue Lager – Janukovytsch und seine Partei der Regionen – hat die Machtverhältnisse im Land in kürzester Zeit dramatisch verändert.
Christophe von Werdt: Ein Essay zur Geschichte Galiziens (S. 36-39)
Der heutige ukrainische Staat umfasst im Westen auch große Teile der ehemaligen Geschichtslandschaft Galizien. Geprägt wurde diese vor allem durch die Grenzlage am Berührungspunkt von römisch-lateinischer und byzantinisch-orthodoxer Welt sowie durch eine Vielfalt von Konfessionsethnien. – Der Autor zeichnet das Entstehen dieser einzigartigen Geschichtslandschaft und deren Vergehen in den Katastrophen des 20. Jahrhunderts nach.
Evgeny Pilipenko: Neue Ausbildungsstätte für kirchliche Führungskräfte der ROK (S. 40-41)
Im Jahr 2009 hat in Moskau mit der Gründung der «Gesamtkirchlichen Aspiratur» eine neue Ausbildungsstätte der Russischen Orthodoxen Kirche den Lehrbetrieb aufgenommen. Ihre Errichtung ist Teil des umfassenden Reformprogramms der theologischen Ausbildung, das Patriarch Kirill verwirklichen will. Neben universitären Studiengängen auf Master- und Doktoratsstufe bietet die Hochschule praxisorientierte Weiterbildungsangebote für Geistliche mit Führungsaufgaben an.
Erzpriester Georgij Mitrofanov: «Wir sind heute eine Gesellschaft von getauften Gottlosen» (S. 42-43)
Trotz des Bemühens der Kirchenleitung der Russischen Orthodoxen Kirche um eine verbesserte theologische Ausbildung gibt es nach wie vor zahlreiche Probleme bei der Ausbildung und Rekrutierung von Priesteramtskandidaten – vor allem in der Provinz. Erzpriester Prof. Dr. Georgij Mitrofanov, Kirchenhistoriker an der Geistlichen Akademie St. Petersburg, hat in einem Interview mit der Zeitschrift «Ogoniok» vom 19. April 2010 zahlreiche Probleme und Missstände benannt.
G2W - Juni 2010 - Ukraine; Slowakei; Unierte Kirchen
Christoph Mühl: Zur Selbspositionierung der UGKK 20 Jahre nach ihrer "Auferstehung" (S. 12-13)
Erst im Zuge der Perestrojka konnte die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGKK) 1989 in die Legalität zurückkehren, nachdem sie 1946 auf Druck Stalins aufgelöst worden war und nur im Untergrund weiter existieren konnte. 20 Jahre nach ihrer «Auferstehung» ist die UGKK bemüht, ihre eigene kirchliche Identität zu finden - im Spannungsfeld von Rom, Moskau und den diversen Kirchen byzantinischer Tradition in der Ukraine. Dazu hat sie das Konzept der einen «Kiewer Kirche» entwickelt.
Priester Mykhailo Paliy: Die Tradition der Kiewer Kirche (S. 14-15)
Immer wieder fällt in Diskussionen um die Ukrainische Griechisch-katholische Kirche (UGKK) das Stichwort der «Kiewer Kirche». Mykhailo Paliy, Priester der UGKK, erörterte in einem Gespräch mit G2W im November 2009 dieses Konzept - als Erklärung dafür, weshalb er der Bitte, die konfessonellen Eigenheiten der UGKK darzustellen, nicht nachkommen könne: Er wolle die UGKK nicht als Konfession verstanden wissen. Der Autor stellt das kirchengeschichtliche Selbstverständnis der UGKK vor, aus dem sich dieser Standpunkt ergibt.
Alfons Brüning: Metropolit Peter Mohyla - ein "Mann vieler Welten" (S. 16-17)
Am 15. Dezember 1996, 400 Jahre nach seiner Geburt, wurde Peter Mohyla von mehreren orthodoxen Kirchen zum Heiligen kanonisiert. Dennoch scheiden sich an seiner Person und an seinem Werk bis heute die Geister. Der Autor stellt den Werdegang Mohylas dar, der aus einem moldauischen Fürstengeschlecht stammend als Metropolit von Kiew die Stadt zu einem Zentrum orthodoxer Gelehrsamkeit werden ließ.
Liliya Berezhnaya: Interkonfessionelle Konflikte um die Lavra von Potschajiv (S. 18-20)
Das Heilige Himmelfahrtskloster von Potschajiv, dessen Mönche der Ukrainischen Orthodoxen Kirche/Moskauer Patriarchat angehören, liegt in der Westukraine, wo vor allem die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche und die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche stark vertreten sind. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Konflikten um diese «Bastion der russischen Orthodoxie», über die die Autorin berichtet. Eine wichtige Rolle spielen dabei die unterschiedlichen kirchlichen Vergangenheitsdeutungen zur Geschichte des Klosters.
Peter Svorc: Konfessionen in der Ostslowakei bis 1989 (S. 21-23)
In der Ostslowakei leben seit Jahrhunderten Angehörige unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit zusammen, die verschiedenen Konfessionen sowohl der west- wie der ostkirchlichen Tradition angehören. Die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts haben auch die ethnischen und konfessionellen Identitäten maßgeblich verändert. Die Kenntnis dieser Vorgänge ist zum Verständnis der heutigen Situation der Kirchen in der Ostslowakei unabdingbar.
Peter A. Fischer: Das "neue Russland" und die Krise: Rückschlag oder Chance? (S. 24-27)
Die globale Wirtschaftskrise hat auch Russland getroffen und manche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbrüche der letzten Jahre wieder in Frage gestellt. So lässt sich gegenwärtig ein vielfältiges Nebeneinander von alten reaktionären Strukturen und einem neuen liberalen Russland beobachten. Doch ist der Autor optimistisch, dass das neue Russland letztlich die Oberhand gewinnt - dabei könnte sich die Wirtschaftskrise sogar als Chance entpuppen.
G2W - Mai 2010 - Menschenrechte; Kroatien
Jennifer Wasmuth: Die Russische Orthodoxe Kirche und die Menschenrechte
Im Juni 2008 hat die Russische Orthodoxe Kirche ein Dokument zu den Menschenrechten veröffentlicht, das äußerst kontroverse Reaktionen hervorgerufen hat. Jennifer Wasmuth arbeitet theologische und historische Hintergründe des Dokuments heraus, die ihrer Ansicht nach in der kritischen Stellungnahme der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa vom Juni 2009 vernachlässigt werden. Stelle man diese in Rechnung, so leiste das Dokument durchaus einen wichtigen orthodoxen Beitrag zur Menschenrechtsfrage.
Regula M. Zwahlen: Gedanken zur christlichen Menschenrechtsdebatte
Die intentional kulturenübergreifende Geltung der Menschenrechte macht deren Integration in verschiedene kulturelle Wertesysteme notwendig. Die Kontroverse um das Menschenrechtsdokument der Russischen Orthodoxen Kirche ist nach Ansicht der Autorin hierfür ein Beispiel. Konfessionelle Differenzen bezüglich der Menschenrechte seien daher weniger theologisch als kulturhistorisch bedingt.
Ingeborg Gabriel: Menschenrechte in der ökumenischen Debatte
Die Autorin weist im Zusammenhang mit der Debatte um das Menschenrechtsdokument der Russischen Orthodoxen Kirche darauf hin, dass die Menschenrechte aus theologischer Perspektive "Recht" und nicht "Evangelium" seien. Daher sei es problematisch, wenn die Russische Orthodoxe Kirche etwa die Würde des Menschen vor allem als religiös-sittliche Kategorie verstehe.
Stefan Kube: Bischof Josip Juraj Strossmayer
Bischof Strossmayer aus Dakovo gehört zu den einflussreichsten kroatischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Durch seine kirchlichen, kulturellen und politischen Aktivitäten prägte er das öffentliche Leben in Kroatien in vielerlei Hinsicht. Besonders bemühte er sich um eine Annäherung von Orthodoxen und Katholiken, was ihn auch zu einem entschiedenen Gegner der Erklärung der päpstlichen Unfehlbarkeit auf dem Ersten Vatikanischen Konzil werden ließ.
Alojz Ivanisevic: Das Selbstverständnis der katholischen "Kirche bei den Kroaten"
Die katholische Kirche in Kroatien wie auch in Bosnien-Herzegowina bezeichnet sich selbst als Crkva u Hrvata, was wörtlich übersetzt "Kirche bei den Kroaten" heißt. Der Autor macht deutlich, dass mit dieser Bezeichnung ein problematisches Geschichtsbild ebenso wie ein politischer Anspruch verbunden sind. Dazu geht er u.a. auf jüngste Stellungnahmen der katholischen Kirche zum kroatisch-slowenischen Grenzkonflikt und zum Präsidentschaftswahlkampf ein.
Stefan Dietrich: Thompson - umstrittener Sänger
Anfang Oktober 2009 wollte der kroatische Sänger Marko Perkovic alias Thompson in Kriens bei Luzern auftreten. Nach mehrwöchigem politischen und medialen Ringen um das geplante Konzert schaltete sich die Bundesebene ein und verhängte für Marko Perkovic eine dreijährige Einreisesperre. Der Autor stellt den umstrittenen kroatischen Sänger vor, der in seinen Liedern immer wieder Bezug auf das faschistische Ustasa-Regime nimmt und gegen Minderheiten hetzt.
G2W - April 2010 - Kirchliche Sozialarbeit und Diakonie
Franziska Rich: Kirchliche Sozialarbeit in schwierigem Umfeld
Die 1990 verabschiedeten russischen Gesetze "Über die gesellschaftlichen Vereinigungen" und "Über die Gewissensfreiheit und die religiösen Organisationen" räumten NGOs in Russland erstmals wieder die Möglichkeit ein, im Bildungs- und Sozialbereich tätig zu werden. Eine Vielzahl kirchlicher und außerkirchlicher Initiativen entstand, die auf mittlerweile auf 20 erfolgreiche Jahre zurückblicken können - aber auch immer noch gegen Unverständnis und behördliche Willkür ankämpfen müssen.
Regina Elsner: Sozialarbeit der katholischen Kirche in Russland
Der politische Umbruch in Russland nach 1991 führte zu gravierenden sozialen Problemen, die bis heute nicht gelöst sind: mangelnde medizinische Versorgung, hohe Arbeitslosigkeit, Ausbreitung von Suchtkrankheiten. Die staatliche Sozialhilfe ist mit diesen Problemen überfordert. Die römisch-katholische Kirche - obgleich in Russland in einer Diaspora-Situation - unterhält eine Caritas mit guter Organisationsstruktur, hat aber mit der Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern und einer unsicheren Rechtsposition zu kämpfen.
Martin Grahl: Ein winterliches Zeichen gegen die soziale Kälte in Lettland
Lettland ist von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen worden; im letzten Jahr stand das Land kurz vor dem Staatsbankrott. Gegen die zunehmende Arbeitslosigkeit (2009 lag sie bei über 19%) und Perspektivlosigkeit hat sich Ende November 2009 eine soziale Protestaktion in Form einer Zeltstadt in der lettischen Hauptstadt Riga formiert, über die der Autor berichtet.
Ondrej Macek: Evangelische Diakonie in der Tschechischen Republik
Die Wurzeln der evangelischen Diakonie in Tschechien reichen bis ins 19. Jh. zurück. In ihren heutigen Strukturen existiert sie jedoch erst seit dem Fall des sozialistischen Systems. Ihre größte Herausforderung ist, einen Platz in der entkirchlichten tschechischen Gesellschaft zu finden.
Wim Lamfers: Ora et labora - Diakonie in der Rumänischen Orthodoxen Kirche
In den letzten Jahren hat die Rumänische Orthodoxe Kirche eine Reihe von diakonischen Projekten ins Leben gerufen. Der Autor stellt in den Mittelpunkt seiner Überlegungen zur rumänischen Diakonie die Rolle der Klöster: Seit Jahrhunderten haben diese für die Rumänische Orthodoxe Kirche und deren Gläubige eine besondere Bedeutung. Diakonisch tätig sind bisher nur wenige von ihnen, doch ist auch hier eine Veränderung zu beobachten: zusehends entstehen Projekte einer "neuen Klosterdiakonie".
Olga Stieger: Debatte um russisches Restitutionsgesetz
Anfang des Jahres 2010 gab der russische Ministerpräsident Vladimir Putin bekannt, dass die russische Regierung plane, den Religionsgemeinschaften ihre von den Kommunisten nach 1917 verstaatlichten Gebäude und Sakralgegenstände zurückzuerstatten. Seit der Ankündigung des Regierungsvorhabens ist in der russischen Öffentlichkeit eine intensive Debatte über Für und Wider der Regierungsinitiative entbrannt, die G2W dokumentiert.
Stefan Kube: Administrator für die Eparchie Raska-Prizren
Die Amtszeit des neuen serbischen Patriarchen Irinej hat mit einem "Paukenschlag" begonnen: Mitte Februar gab der Hl. Synod bekannt, dass Bischof Artemije (Radosavljevic) von Raska-Prizren vorläufig von der Verwaltung seiner Eparchie entbunden sei; zum Administrator wurde Bischof Atanasije (Jevtic) bestellt. Bischof Artemije stand in den letzten Jahren im Mittelpunkt vieler innerkirchlicher Auseinandersetzungen.
G2W - März 2010 - Polen; Kaukasus
Zivica Tucic: Patriarch der "goldenen Mitte"
Am 22. Januar 2010 wurde Bischof Irinej (Gavrilovic) von Nis zum neuen Oberhaupt der Serbischen Orthodoxen Kirche gewählt, bereits einen Tag später fand seine Inthronisation statt. Zivica Tucic, Religionsanalytiker aus Belgrad und einer der besten Kenner der Serbischen Orthodoxen Kirche, stellt den neuen Patriarchen vor.
Jürgen Buch, Thomas Lutz: Erinnerung an das Ghetto Litzmannstadt
Die Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin will durch ihre Tätigkeit historische Kenntnisse über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen vermitteln und zur aktiven Auseinandersetzung mit dessen Geschichte anregen. Im Jahr 2009 hat die Stiftung ein Gedenkbuch über "Berliner Juden im Getto Litzmannstadt 1941-1944" vorgelegt. Jürgen Buch hat Thomas Lutz zu dem Projekt befragt, das zu dieser Publikation führte und das in Zusammenarbeit mit Studierenden aus Lodz und Berlin durchgeführt wurde.
Rahel Cerná-Willi: An der Außengrenze der EU
Seit dem Beitritt Polens zur EU im Jahr 2004 und zum Schengenraum 2007 ist die polnisch-weißrussische Grenze zur "Außengrenze der EU" geworden. Unstimmigkeiten zwischen Polen und Weißrussland betreffen auch das Leben der Religionsgemeinschaften in dem Gebiet, das polnischerseits einst (bzw. teils noch heute) als "Kresy wschodnie" - "östliches Grenzland" - bezeichnet wurde und in dem seit Jahrhunderten die Grenze zwischen der Slavia latina und der Slavia orthodoxa verläuft.
Dokument: Rechenschaftsbericht des russischen Patriarchen
Am 23. Dezember 2009 legte Patriarch Kirill I. (Gundjajev) der Moskauer Eparchialversammlung seinen 15-seitigen Rechenschaftsbericht für das Jahr 2009 vor. Angesichts der globalen Wirtschaftskrise, die Russland hart getroffen hat, legt er darin den Schwerpunkt auf die sozialen Herausforderungen sowie die Pastoral- und Sozialarbeit der Kirche. Ein weiteres wichtiges Thema ist das neue Kirchgemeindestatut.
Eva-Maria Auch: Religionsgemeinschaften in Aserbaidschan
Die größte Religionsgemeinschaft in Aserbaidschan ist der Islam, dem sich die Autorin in G2W 6/2009, S. 18-21 gewidmet hat. Rund 10% der Bevölkerung gehören jedoch einer Reihe kleinerer christlicher Denominationen sowie dem Judentum an. Ein kurzer Überblick über diese kleine Religionsgemeinschaften - die "traditionellen" wie die "neuen".
Harutyun Harutyunyan: Armenien und Türkei - wie umgehen mit dem Völkermord?
Am 10. Oktober 2009 haben die Außenminister Armeniens und der Türkei in Zürich ein Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnet, das die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Wiedereröffnung der seit 1993 geschlossenen Grenze vorsieht. Als größtes Hindernis bei der Annäherung erweist sich die Frage nach der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern 1915-1917 seitens der Türkei. In seinen sehr persönlich gehaltenen Überlegungen plädiert der Autor für einen nüchternen Umgang mit der Problematik und für ein vorbehaltloses Vergeben.
Erzpriester Jean Gueit: Globalisierung, Globalisierungskritik - und Christus?
Zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Kirchen stellen müssen, zählen auch die Fragen nach den Auswirkungen der Globalisierung: Was bringt die neue Vielfalt? Wie ist die zunehmende globale Vernetzung aus theologischer Perspektive zu bewerten? Erzpriester Jean Gueit nimmt in diesem Essay aus orthodoxer Perspektive Stellung.
G2W - Februar 2010 - Kosovo; Serbische Kirche; Zentralasien
Isabel Ströhle: Zwei Jahre unabhängiges Kosovo
Vor zwei Jahren erklärte sich die ehemalige serbische Provinz Kosovo, die seit dem Kosovo-Krieg 1999 unter internationaler Verwaltung gestanden hatte, für unabhängig. Große Hoffnungen und Befürchtungen waren mit diesem Schritt verbunden. Heute ist der politische Status Kosovos allerdings noch immer ungeklärt und sozioökonomische Fortschritte sind kaum zu verzeichnen. Dies könnte zu einer ernsthaften Belastungsprobe für den jungen Staat werden.
Stefan Kube: Serbiens Orthodoxie nach Patriarch Pavle
An den Begräbnisfeierlichkeiten für den im Dezember 2009 verstorbenen Patriarchen der Serbischen Orthodoxen Kirche, Pavle (Stojcevic), wurde deutlich, wie großes Ansehen dieser in der serbischen Bevölkerung genoss. Zugleich ist heute der Einfluss der Kirche im Land nicht unumstritten. Der neue Patriarch, der im Januar 2010 gewählt wurde, Irinej (Gavrilovic), wird die Rolle der Kirche in der pluralistischen Gesellschaft neu bestimmen müssen.
Metropolit Amfilohije (Radovic): "Der neue Patriarch muss ein Mann des Dialogs sein"
Vom 9. bis 17. Dezember fand im Orthodoxen Zentrum des Ökumenischen Patriarchats in Chambésy eine Sitzung der Interorthodoxen Vorbereitungskommission für das Große Panorthodxe Konzil statt. Der serbische Metropolit Amfilohije äußerte sich am Rande der Tagung in einem Gespräch mit G2W zur Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts und zu gegenwärtigen Herausforderungen an die Serbische Orthodoxe Kirche.
Rahel Cerná-Willi: Tschechien - Modell der Säkularisierung?
In Statistiken zur Religionsausübung belegt Tschechien regelmäßig einen "Spitzenplatz" - nur rund 30% der Bevölkerung bezeichnen sich als einer Religionsgemeinschaft zugehörig. Die Kirchen haben mit großen Vorurteilen zu kämpfen, die von Politikern wie Medien zementiert werden. Zugleich ist jedoch in der Bevölkerung ein starkes Traditionsbewusstsein zu beobachten - und einzelne kirchliche Initiativen haben durchaus Erfolg.
Maciej Was: Christentum in Usbekistan
Nach Zentralasien gelangte das Christentum bereits ab dem 4. Jahrhundert durch die Missionstätigkeit der ostsyrischen Kirche. Durch den "Mongolensturm" im 14. Jahrhundert wurde diese frühe Kirchenstruktur weitgehend zerstört. - Im 19. Jahrhundert siedelten sich polnische Katholiken im damaligen Generalgouvernement Turkestan an, deren Geschichte der Autor bis in die Gegenwart verfolgt.
Fritz Hermann Köser: Haie in der Steppe von Kasachstan
1997-8 wurde die verschlafene Provinzstadt Akmola zur neuen kasachischen Hauptstadt Astana. Seitdem boomt die mitten in der Steppe gelegene Stadt. In den letzten Jahren ist die Bevölkerungszahl sprunghaft angestiegen und eine Reihe von aberwitzigen Phantasiebauten wurde aus dem Boden gestampft. Treibende Kraft ist Nursultan Nasarbajew, der umstrittene Präsident Kasachstans.
G2W - Januar 2010 - Russische Kirche; Ukraine
Erich Bryner: Die "Wende" in Osteuropa und das Institut "Glaube in der 2. Welt"
Mit der "Wende" von 1989 war auch eine grundlegende Veränderung der Arbeit von G2W verbunden. Erich Bryner, damals stellvertretender Institutsleiter, stellt die Ereignisse der Jahre 1989/90 dar und beschreibt, wie sie auf die Arbeit des Instituts einwirkten. Erstmals wurden nun häufige persönliche Kontakte mit den Partnern von G2W in ehemals sozialistischen Ländern möglich. Zusehends zeichnete sich als neues Arbeitsfeld des Instituts die Projektarbeit in Russland, aber auch in anderen Ländern Osteuropas, ab.
Joachim Willems: Wie liberal ist die Russische Orthodoxe Kirche?
Die Russische Orthodoxe Kirche steht in Westeuropa vielfach im Verdacht, eine wenig liberale Organisation zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Russische Kirche in ihrer Verhältnisbestimmung zum Staat durchaus zivilgesellschaftlich orientiert ist - also auf einer formalen Ebene die liberale Unterscheidung der religiösen und politischen Sphäre akzeptiert. Inhaltlich dagegen versteht sich die Kirche als Kraft, die siche der politischen und gesellschaftlichen Liberalisierung entgegenstellt.
Gerd Stricker: Die russischen Patriarchen von 1917 bis 1990
Am 5. Dezember 2008 ist Patriarch Alexij II. verstorben, der die Russische Orthodoxe Kirche seit 1990 geleitet hatte. Zu seinem Nachfolger wählte das Landeskonzil am 27. Januar 2009 Metropolit Kirill von Smolensk. Gerd Stricker erinnert an die Vorgänger von Alexij II. und Kirill, die der Russischen Kirche während der "dunklen Jahre" der Sowjetzeit vorgestanden haben.
Gerhard Simon: Die Kirchen der byzantinischen Tradition in der Ukraine
In der Ukraine gibt es gegenwärtig vier kirchliche Jurisdiktionen byzantinischer Tradition. In den 1990er Jahren kam es zwischen diesen Kirchen zu schwarfen Auseinandersetzungen. Die Konflikte haben allerdings nicht zu einem Schwund der Gläubigen geführt, wie neueste religionssoziologische Untersuchungen belegen. In jüngster Zeit scheint sich vielmehr ein neues Miteinander der Kirchen byzantinischer Tradition anzubahnen. Dahinter steht die Vision von der einen Kiewer Kirche.
Abstracts der in vergangenen Jahren bei G2W erschienenen Artikel finden Sie in unserem geographisch und thematisch sortierten Archiv. Über die Suchfunktion können Sie auch nach einzelnen Begriffen oder Autorennamen suchen. Hier sind nur die Titelschwerpunkte der Hefte des letzten Jahres aufgeführt.
G2W - Dezember 2009 - Islam in Russland; Orthodoxie
G2W - November 2009 - 1989: Europa im Umbruch
G2W - Oktober 2009 - Menschenrechte in der Diskussion
G2W - September 2009 - Calvin und Osteuropa; Bulgarien
G2W - Juli/August 2009 - Religionsunterricht; Religiöse Vielfalt in
Osteuropa
G2W - Juni 2009 - Konfliktregion Kaukasus
G2W - Mai 2009 - Baltische Märtyrer; Orthodoxe Kirche
G2W - April 2009 - Russlands neuer Patriarch
G2W - März 2009 - Polen; Montenegro
G2W - Februar 2009 - Migration; Mutter Teresa
G2W - Januar 2009 - Christliche Minderheiten in islamischen Ländern
|