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Bernard Genoud neuer Bischof in Freiburg 

mer. Freiburg, 18. März 

Rund neun Monate nach dem Weggang von Bischof Amédée Grab nach Chur hat der Heilige Stuhl am 16. März den 57jährigen Vorsteher des Freiburger Priesterseminars, Bernard Genoud, zum Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg ernannt. Der neue Oberhirte stammt aus Châtel- St-Denis und wurde 1968 zum Priester geweiht. Er bringt in das neue Amt Erfahrung als Seelsorger mit.

Bis 1971 fungierte er als Vikar in Montreux, und von 1981 bis 1994 wirkte er als Priester in der kleinen Greyerzer Gemeinde Lessoc. Gleichzeitig unterrichtete er unter anderem an Freiburger Mittelschulen Philosophie, und seit 1996 ist er Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Seit 1996 leitet Genoud das bischöfliche Priesterseminar in Freiburg und hat in dieser Zeit ein Dutzend Männer zur Priesterweihe geführt - ein schönes Ergebnis, wie er meint, aber insgesamt zu wenige. Dem Bischof, der am Pfingstmontag in der Freiburger Kathedrale die Weihe erhalten wird, stehen rund 560 Diözesan- und Ordenspriester für die Seelsorge zur Verfügung. Die Zahl der Gläubigen beträgt etwa 670 000 Personen.

An einer Pressekonferenz stand der neuernannte Bischof den Medienvertretern Red und Antwort und liess sich dabei weder als konservativ noch als liberal einordnen. In der Frage der priesterlichen Ehelosigkeit nahm er den Standpunkt ein, dass man für das Amt von Gott berufen sein müsse und der Priester dann im Zölibat glücklich sei. Doch dürfe der Geistliche in seinem Gott geweihten Leben nicht alleine gelassen werden. Das oft vorgebrachte Argument, dass sich der Priester ohne familiäre Verpflichtungen besser um die religiöse Gemeinschaft kümmern könne, ist für ihn mit Blick auf andere Religionsgemeinschaften nicht entscheidend. Dass das Priesteramt der Frau als Form des kirchlichen Dienstes in naher oder ferner Zukunft Realität werde, glaubt Genoud nicht. Diese unterschiedlichen Positionen würden sich aber entschärfen lassen, wenn das Priesteramt nicht als Machtausübung, sondern als Dienst verstanden werde. Als erste Priorität im Bischofsamt nannte Genoud die Verkündigung des Evangeliums in Familie, Schule und Gesellschaft. Mit anderen Religionsgemeinschaften möchte er den Dialog und die Zusammenarbeit suchen.  

19. März 1999 - Neue Zürcher Zeitung

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