Astrologie als Hermeneutik
Sternglauben und Sterndeutung in der
Renaissance
Von Anthony Grafton
In der Renaissance erlebte auch die Astrologie eine
Blütezeit. Die Sterndeutung jener Jahre würde
missverstanden, sähe man in ihr nur den Ausdruck
eines hellenistischen Fatalismus.
In der Renaissance wurde die Astrologie Mode. Die
astrologische Literatur dehnte sich in mehreren Gattungen
aus, von den kurzen landessprachlichen Flugschriften, die
für ein ungebildetes Publikum bestimmt waren und die
der Kulturhistoriker Aby Warburg treffend als die
Erträge «astropolitischen Journalismus»
bezeichnete, bis zu den langen, gelehrten, in Latein
verfassten Traktaten und Kommentaren eines Girolamo
Cardano oder eines Luca Gaurico, die nur von
Wissenschaftern gelesen wurden. Astrologen sagten die
Zukunft der Menschheit voraus; berieten Ärzte, die
Medikamente zum geeigneten Zeitpunkt herstellen, und
Architekten, die Städte zum geeigneten Zeitpunkt
gründen wollten; und sie erstellten selber Horoskope
für ihre Kunden.
Die Deutung dieser Horoskope bildete eine der vielen
Interpretationsarten der frühen Neuzeit, die nicht
auf Texte, sondern auf Objekte angewandt wurden.
Ärzte versuchten körperliche wie seelische
Symptome zu interpretieren. Inquisitoren untersuchten die
Körper vieler Frauen, um auf Grund besonderer
Zeichen, wie etwa der blutigen Stigmen, die viele trugen,
festzustellen, ob sie Hexen oder Heilige waren.
Ingenieure machten sich an die Arbeit, die Landschaft zu
lesen. Georgius Agricola und andere glaubten fest, in der
Lage zu sein, aus gewissen topographischen Anzeichen den
Schluss zu ziehen, dass Wasser, Gold oder andere
wertvolle Elemente unter einem bestimmten Ort der
Erdoberfläche zu finden seien.
EIN UNIVERSITÄTSFACH
Die Astrologie ragte aber aus den anderen
Deutungskünsten der Zeit deutlich hervor, weil sie
als korrekte, klassische Wissenschaft galt. Sie wurde in
jeder medizinischen Fakultät Europas unterrichtet,
hatte einen edlen Stammbaum und ein klassisches Lehrbuch.
Hinzu kam eine weitere, vielleicht noch wichtigere
Eigenschaft der astrologischen Deutung. Die meisten
Astrologen konnten natürlich nicht die Einsamkeit
und Freiheit geniessen, die ein moderner Naturforscher in
seinem Laboratorium erfahren möchte. Im Gegenteil
stellte üblicherweise die Deutung eines Horoskops
nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine soziale
Transaktion dar, die in Gesellschaft durchgeführt
und oft lebhaft diskutiert wurde, von dem Astrologen und
seinen Konkurrenten, dem Kunden und seinen Verwandten.
Die bunte Vielfalt der astrologischen Dokumente und
Bilder legt den Schluss nah, dass die europäische
Gesellschaft von astrologischen Ideen und Methoden
durchdrungen war, wobei die Horoskopdeutung eine fast so
grosse Rolle wie die Bibeldeutung spielte im
alltäglichen Ringen des gemeinen Mannes, den Sinn
des Lebens zu verstehen und seinen weiteren Verlauf
vorauszusagen.
Im grossen und ganzen gingen alle Astrologen von
denselben Prämissen aus. Sie wussten, dass sich die
vollkommenen, ewig bestehenden Himmelskörper um die
unvollkommene, immer sich verändernde Erde drehten,
die sich wiederum aus den vier Elementen zusammensetzte.
Die regelmässigen Bewegungen der Elemente bildeten
eine Art Musik, die den unregelmässigen Tanz der
Lebewesen auf der Erde bestimmte. Jede Bewegung eines
Planeten sollte einen bestimmten Einfluss nicht nur auf
Menschen, sondern auch auf Tiere und Pflanzen
ausüben. Ein Netzwerk von Sympathien und
Antipathien, das sich zwischen Himmel und Erde entspann,
diente dazu, diesen Einfluss zu übertragen. Es nimmt
nicht wunder, dass die meisten Historiker der klassischen
und mittelalterlichen Astrologie, die die philosophischen
und naturwissenschaftlichen Grundlagen dieser
verschollenen Wissenschaft auf allgemeine Weise
darzustellen versuchten, auch den Eindruck erweckten, es
habe sich um eine streng deterministische Wissenschaft
gehandelt, der gemäss der Mensch dazu verurteilt
war, in Ewigkeit in einem astrologischen
Kristallkäfig zu sitzen.
Aby Warburg, der Pionierarbeit in diesem Bereich
leistete, ging so weit, zu behaupten, dass der Astrologe
der Renaissance «eine atavistische
abergläubische Scheu» vor den Sternnamen
gefühlt habe, «die eigentlich Dämonen
sind, die er zu fürchten hat». Seiner Meinung
nach stellte jedes Horoskop eine Bedrohung der Freiheit
des Menschen dar, weil die Gestirnsymbole und Planeten
&endash; so Warburg &endash; «Schicksalslenker»
seien, die seinen Körper und Charakter, seine
Erlebnisse und sein Schicksal zu bestimmen vermögen.
Seines Erachtens sei Martin Luther «ein
Befreier» &endash; nicht so sehr, weil er eine neue
Kirche kreierte, sondern weil er den «mythologischen
Fatalismus» der Astrologie ablehnte.
KASPAR PEUCER
Tatsache ist aber, dass es in der Renaissance
verschiedene Deutungsmuster gab, die erklären
sollten, wie die Sterne die Geschichte der Nationen und
die Schicksale der Individuen formten, und dass die
meisten Astrologen keine Deterministen im strengen Sinne
waren. Mehr oder weniger im Zentrum des Meinungsspektrums
befand sich der Wittenberger Astrologe und Theologe
Caspar Peucer. In seinem 1553 erschienenen Lehrbuch der
Divination versuchte er den Ursprung des astrologischen
Wissens nachzuzeichnen. Seiner Meinung nach hätten
die Patriarchen, Adam und seine Söhne, die
Bewegungen der Planeten beobachtet. Allmählich habe
sich herausgestellt, dass die Planeten über eine
gewisse Kraft verfügten, die ihnen erlaubte,
Verbindungen mit der niedrigeren Welt der Elemente
einzugehen und Ereignisse auf der Erde zu verursachen. Im
Laufe der Zeit sei es den Patriarchen sogar gelungen, die
Tierkreiszeichen und Konstellationen des Himmels zu
kartographieren und die wichtigsten Effekte der
planetarischen Kräfte vorauszusagen.
Die moderne Astrologie basiere also noch immer auf den
Entdeckungen der ersten Männer, die sich schon vor
der Sintflut mit astrologischen Problemen
beschäftigt und die Hauptregeln der Kunst formuliert
hätten. Peucers Lehre gemäss befasst sich der
Astrologe des 16. Jahrhunderts nicht mit Zeichen, sondern
mit Ursachen und Wirkungen: Wie seine Vorgänger in
grauer Vorzeit sei er noch immer in der Lage, kausale
Zusammenhänge zwischen Himmelsbewegungen und
Phänomenen auf der Erde unmittelbar zu beobachten.
Jedoch räumte Peucer auch ohne weiteres ein, dass
sich nicht alle Korrelationen zwischen Himmel und Erde
aus der empirischen Beobachtung des Himmels herleiten
lassen. Auf der einen Seite sagte er explizit, dass
einige himmlische Phänomene eigentlich nur als
Zeichen gedeutet werden dürfen. Peucer beharrte
dabei darauf, all seine Thesen entweder auf empirische
Beweisstücke oder auf die Bibel zu stützen. Der
Bibel gemäss stehe es fest, dass der Herrgott die
Sterne «in signa», «als Zeichen»,
kreiert habe: und auf die Bibel sei &endash; so dieser
konsequent protestantische Denker, der im übrigen
Philipp Melanchthons Schwiegersohn war &endash;
natürlich Verlass.
Hinzu komme &endash; anderseits &endash;, dass der
Herrgott der Menschheit Informationen über seine
Absichten nicht nur durch die Sterne zur Verfügung
stelle. Er kreiere auch natürliche Zeichen, wie etwa
die Missgeburten und siamesische Zwillinge, die in den
weitverbreiteten prophetischen Flugschriften und
Chroniken der Zeit ausführlich beschrieben wurden
und die in den Kunst- und Wunderkammern, die sich damals
in vielen Palästen und Villen befanden,
sorgfältig aufbewahrt und ausgestellt wurden. Diese
skurril attraktiven Monster konnten genausogut wie die
Sterne über die Zukunft informieren. Peucers Haltung
zeugt also von einer Ambiguität, die für viele
Astrologen der Renaissance typisch war. Manchmal schrieb
er ohne weiteres den Sterndeutern die Kraft zu, die
Zukunft in allen Details auf Grund der astrologischen
Naturgesetze vorauszusagen. Manchmal aber schilderte er
die Astrologie als eine Kunst, die nur dazu dienen
könne, Annäherungswerte hervorzubringen, und
bestand zugleich darauf, dass die Monster, deren seltsame
Körper einen Verstoss gegen alle Naturgesetze
darstellten, die Absichten des Herrgotts eindeutig
widerspiegelten. Die Inkonsequenz solcher Behauptungen
nahm er allem Anschein nach nicht wahr und seine vielen
Leser ebensowenig.
Viel radikaler, aber dabei auch ungewöhnlicher
war der Einsatz des Paduaner Philosophen Pietro
Pomponazzi, eines strengen Aristotelikers, dessen
astrologische Schriften schon in den zwanziger Jahren des
16. Jahrhunderts entstanden, aber erst in den
fünfzigern erschienen sind. Pomponazzis Meinung nach
stelle die Welt eine Art Maschine dar, in der die Sterne
so etwas wie die Rolle der Zylinder eines nagelneuen,
glänzend effizienten Automotors spielten. Ihre
regelmässigen, ununterbrochenen Bewegungen sollten
die Körper und Seelen der Menschen eindeutig
prägen, «wie ein heisses Siegel das
Wachs». Pomponazzi ging so weit, zu behaupten, dass
alle Phänomene astrologisch zu erklären seien,
auch die Naturwunder, bei denen Peucer eher dazu neigte,
sie als besondere Offenbarungen zu verstehen.
Jedoch waren Pomponazzi und Peucer insofern einer
Meinung, als beide glaubten, die Sterne seien nicht nur
Zeichen, sondern Ursachen zukünftiger Ereignisse,
deren Einfluss durch die Wissenschaft der Astrologen
unmittelbar erkennbar sei. Nicht so konsequent wie
Pomponazzi und Peucer gingen andere Astrologen vor, wie
etwa Giovanni Gioviano Pontano und Antoine Mizauld, die
sich am anderen Ende des astrologischen Meinungsspektrums
befanden. Pontano, der die Sterne als Zeichen der Zukunft
bezeichnete, verglich den Himmel nicht mit einer
Maschine, sondern eher mit einem Buch, in dem der
Astrologe eine göttliche Botschaft lesen könne.
Seiner Meinung nach ähnele jeder Stern und Planet
einem Buchstaben, jede Konfiguration zweier oder dreier
Himmelskörper einem Wort, jedes Horoskop einem Text,
den der Astrologe zu entziffern vermöge. Als
Rhetoriker glaubte Pontano fest, dass Wörter den
Charakter sowie das Verhalten der Menschen stark
beeinflussen, sie mit Freude oder Trauer, Barmherzigkeit
oder Strenge erfüllen könnten. Nur in diesem
begrenzten, rhetorischen Sinne üben die himmlischen
Botschaften der Sterne einen unmittelbaren Einfluss auf
den Menschen aus.
Einem Astrologen oder Studenten, der lernte, wie
Horoskope erstellt wurden, konnte es kaum entgehen, dass
ihre angeblich wissenschaftliche Strenge diskutabel war.
Jedes Horoskop wurde wenigstens teilweise
willkürlich erstellt. Man nehme zum Beispiel die
Einteilung der Ekliptik, also des Tierkreises, in die
zwölf Häuser des Horoskops. Dafür gab es
sechs konkurrierende Systeme, von denen jedes bestimmte
Vorteile und Nachteile vorzuweisen hatte. Jeder
Astrologe, der einen Konkurrenten einer verheerenden
Kritik unterziehen wollte, brauchte einfach nur darauf zu
bestehen, dass sich sein Gegner das falsche System
angeeignet habe &endash; was sich immer leicht behaupten
liess. Der astrologische Kristallkäfig erwies sich
also als nur allzu zerbrechlich.
SCHLÜSSEL DER SEELE
Die interpretatorischen Probleme, mit denen die
Astrologen auch zu ringen hatten, brachten sie in noch
grössere Schwierigkeiten. Jeder Astrologe, der nicht
bereit war, mit Pomponazzi alle Ereignisse auf der Erde
der Kraft der Sterne ohne weiteres zuzuschreiben, musste
einräumen, dass andere Momente auch eine grosse
Rolle in der Ausbildung eines Temperaments oder im
Verlauf einer Karriere spielten. Eltern, Erziehung,
Klima, Sitten &endash; all diese und andere
Umweltfaktoren formen Charakter, Körper und Karriere
der Menschen. So sah es der antike Astrologe Claudius
Ptolemäus, der das wichtigste Lehrbuch der
Astrologie im zweiten nachchristlichen Jahrhundert
geschrieben hatte, so sahen es die modernen Astrologen
Peucer und Cardano. Darüber hinaus hören die
Planeten und Sterne natürlich nicht auf, sich auch
nach der Geburt eines Kindes zu bewegen und in neue,
astrologisch bedeutungsvolle Konfigurationen zu geraten.
Finsternisse, Konjunktionen und Oppositionen, die
über die Jahre hinweg voraussehbar stattfinden
würden, müsse der Astrologe auch in Betracht
ziehen &endash; so Cardano und andere. Sonst laufe er
Gefahr, die wichtigsten astronomischen Faktoren ausser
acht zu lassen.
Hinzu kam, dass nicht einmal die detailliertesten
Horoskope mit den Ereignissen übereinstimmten.
Cardano, zum Beispiel, sah im Laufe seiner astrologischen
Karriere deutlich ein, dass sich nicht alle scheinbar
zuverlässigen Vorhersagen erfüllten, wie sie
sollten. Seine Tochter, deren Gesundheitszustand sich aus
ihrem Horoskop als schwach hätte erweisen sollen,
blieb lebenslang durchaus gesund. Und sein jüngerer
Sohn Aldo, dessen grosse intellektuelle Fähigkeiten
nicht nur Cardano, sondern auch sein Kollegen und Lehrer
Niccolò Simi aus astrologischen Gründen
gerühmt hatten, entlarvte sich im Laufe der Zeit als
ein Taugenichts.
Solche Probleme veranlassten Cardano und andere, ihre
Kunst auf eine ganz andere Art und Weise zu stilisieren.
Cardano hob nicht nur die Objektivität und
Deutlichkeit der Astrologie, sondern auch ihre
Schwierigkeit und Doppeldeutigkeit hervor. Er verwarf die
Versuche des Pontano und anderer humanistischer
Astrologen, den Himmel als ein Buch zu lesen, weil er
behauptete, dass jeder Stern und Planet nicht nur das
Subjekt, sondern auch die anderen Himmelskörper
beeinflusse. Die Metapher der normalen Sprache werde, so
Cardano, diesem komplex vernetzten Kommunikationsmittel
des Herrgotts kaum gerecht. Vielmehr gleiche der Himmel
einem Buch, das &endash; so Cardano &endash; «in
winzigkleinen Buchstaben geschrieben sei» und das
auch der gescheiteste Astrologe nur zum Teil zu lesen
vermöge. Oder: das Horoskop ähnele einem
facettenreichen Edelstein und der Astrologe einem
Juwelier, der nur auf Grund einer Kunst, die «so
kompliziert sei, dass sie sich mit Worten nicht
beschrieben liess», die Qualitäten des Steines
zu beurteilen vermöge. Also bürge die
Schwierigkeit der Horoskopdeutung für die
Tiefgründigkeit der astrologischen Kunst, die nicht
auf expliziten Regeln, sondern auf einer Art «tacit
knowledge» basiere, das dem spezialisierten Wissen
eines Handwerkers ähnele &endash; ein Vergleich, der
erst während der Renaissance, als die Malerei, die
Skulptur und andere Künste den Status freier
Künste gewonnen hatten, hat gezogen werden
können.
Cardanos innovative Rhetorik, die einige Erträge
der modernen Wissenssoziologie vorwegnahm, diente dazu,
die Astrologie als Kunst wieder zu legitimieren. So ist
es dazu gekommen, dass seine Horoskopsammlungen
Bestseller wurden, die über die Jahre hinweg von
protestantischen und katholischen Lehrern gelesen,
annotiert, diskutiert und nachgeahmt wurden. Zwar erwies
sich die Astrologie so weder als eine Wissenschaft im
strengen Sinne der Astronomie oder der Mathematik, deren
Resultate wiederholbar und nachvollziehbar waren, noch
als eine streng aristotelische Naturphilosophie, die
imstande war, für alle furchterregenden Wunder der
Natur eine logische Erklärung anzubieten. Dafür
aber konnte sie Anspruch darauf erheben, eine
tiefgründige Hermeneutik zu sein, ein
Schlüssel, dessen Besitzer die Geheimnisse des
Körpers und der Seele zu dechiffrieren vermochte.
Kein Wunder, dass die Astrologie, die so oft als
Überbleibsel antiken Aberglaubens verstanden wird,
eine Blütezeit in der Renaissance erlebte, einem
Zeitalter also, das als der Anfang der Moderne gilt. Sie
erfüllte dieselben geistigen und psychologischen
Bedürfnisse wie das neue politische und historische
Denken oder die neuen Bildnisse des Zeitalters. Die
massgeschneiderten, ausführlich kommentierten
Horoskope, die von einem Cardano oder einem Peucer
erstellt wurden, dienten nicht dazu, den Kunden seelisch
einzusperren. Im Gegenteil ermöglichten sie ihm,
eine Entdeckungsreise in den Dschungel seiner Seele zu
unternehmen. Einige der schönsten
Biographiesammlungen und Charakterköpfe des 16. und
17. Jahrhunderts, wie etwa die «Brief Lives»
des Engländers John Aubrey, entstanden als
Horoskopsammlungen, die erst im Laufe der Zeit von ihren
Editoren, die für die Astrologie nichts
übrighatten, in moderner aussehende
«Egodokumente» umgewandelt wurden, auf Kosten
der historischen Gerechtigkeit. Um die Astrologie der
Renaissance ins rechte Licht zu rücken, muss der
Historiker erkennen, dass sie nicht nur von dem von
Warburg zu Recht betonten «Fatalismus der
hellenistischen Kosmologie» gekennzeichnet war,
sondern auch von der neuen Menschenkenntnis, die ein
anderer grosser Kulturhistoriker, Jacob Burckhardt, als
eine der wichtigsten spirituellen Errungenschaften der
Renaissance zu bezeichnen pflegte.
© Neue Züricher Zeitung -
24.04.1999