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Aufatmen im St. Galler katholischen Konfessionsteil

Vergleich mit Sparad-Verantwortlichen

stb. St. Gallen, 5. Mai

Das Debakel der St. Galler Sparkassa der Administration (Sparad), einer 1906 gegründeten und seit 1995 in Liquidation befindlichen Einrichtung des kantonalen katholischen Konfessionsteils, hat aller Voraussicht nach weder Gerichtsverfahren noch die Beanspruchung von Kirchensteuermitteln zur Folge. Dies ist das Fazit von Verhandlungen zwischen dem Administrationsrat – der «Regierung» des Konfessionsteils – und ehemaligen Bankverantwortlichen bzw. deren Anwälten. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, vielmehr im Sinne eines «freiwilligen Solidaritätsbeitrags» hätten sich dabei Direktions- und Bankkommissionsmitglieder sowie Revisionsgesellschaften der früheren Sparad schliesslich zur direkten oder (via Haftpflichtversicherung) indirekten Zahlung von insgesamt 2,25 Millionen Franken bereit erklärt, teilte der Administrationsrat am Dienstag mit. Er seinerseits wolle im Gegenzug darauf verzichten, irgendwelche Verantwortlichkeits- oder Schadenersatzansprüche auf dem Prozessweg geltend zu machen.

Das Verhandlungsergebnis bedarf noch der Zustimmung des Katholischen Kollegiums, also des 180köpfigen Parlaments des Konfessionsteils. An dessen Ja ist jedoch aus zwei Gründen nicht zu zweifeln. Zum einen würden langwierige und mutmasslich harte gerichtliche Auseinandersetzungen zu «persönlichen, konfessionsteilinternen Fehden» führen, gibt der Administrationsrat dem Kollegium zu bedenken. Zum andern trügen die in Aussicht stehenden 2,25 Millionen – zusammen mit der schrittweisen Bereinigung notleidender Kreditpositionen – dazu bei, dass sich die Unterbilanz der Sparad (13 Millionen Franken Ende 1995, noch 5,8 Millionen Franken Ende März 1999) weiter reduziere und dass zu deren Deckung am Ende «wenigstens» nicht Steuergelder des Konfessionsteils eingesetzt werden müssten. Wenigstens: Das Wörtchen bezieht sich auf die ursprüngliche Erwartung, die Liquidation der wegen unvorsichtiger Kreditvergaben und mangelnder Absicherung des Zinsänderungsrisikos zum Sanierungsfall gewordenen Sparad werde den St. Galler Katholiken trotz allem einen Vermögenszuwachs von rund 30 Millionen Franken eintragen. Heute dagegen ist man schon froh, wenn die Angelegenheit nicht mehr als ein blaues Auge hinterlässt.

 

© Neue Züricher Zeitung - 06.05.1999

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