Bischof Bernard Genoud in Freiburg
geweiht
mer. Freiburg, 24. Mai
Am Pfingstmontag nachmittag ist in der Kathedrale St.
Nikolaus in Freiburg Bernard Genoud feierlich als Bischof
von Lausanne, Genf und Freiburg geweiht worden. Im
vollbesetzten Gotteshaus hatten auf den Ehrenplätzen
Bundesrat Joseph Deiss, die Freiburger Kantonsregierung,
Abordnungen der anderen Bistumskantone, eine Vertretung
des Gemeinderates der Stadt Freiburg, Delegierte des
Kantonsparlamentes und der Gemeinden sowie Exponenten
anderer Religionsgemeinschaften Platz genommen, als um 15
Uhr in einer beinahe nicht enden wollenden Prozession die
katholischen Würdenträger einmarschierten. Der
Einzug wurde angeführt von rund 300 Priestern der
Diözese, denen Genoud und die Schweizer
Bischöfe folgten.
Die über zweieinhalb Stunden dauernde Feier, die
von Mozarts Krönungsmesse begleitet wurde, leitete
Amédée Grab, der Amtsvorgänger von
Genoud und heutige Bischof von Chur. Grab bezeichnete in
seiner Ansprache die Ökumene als Priorität, der
weiterhin grosse Bedeutung beigemessen werden müsse.
Nach Verlesen der von Papst Johannes Paul II.
unterzeichneten Ernennungsbulle nahm Bischof Grab die
feierliche Amtseinsetzung vor. Zuerst musste Bernard
Genoud Annahme des Amtes erklären und mit einem
mehrmals wiederholten «Oui, je le veux»
bestätigen, dass er seine ganzen Kräfte in die
Leitung des Bistums legen und dem Kirchenvolk ein guter
Oberhirte sein wolle. Dann musste er sich vor dem Altar
auf den Boden legen, und mit Gesang wurde um den Schutz
Gottes und zahlreicher Heiliger nachgesucht. Schliesslich
überreichte ihm Grab, nachdem er sein Haar mit
geweihtem Öl gesalbt hatte, die Insignien des
Bischofsamts, das Evangelium, den Bischofsring, die Mitra
und den Bischofsstab. Im Anschluss an die
Amtseinsetzung fand in den neuen Ausstellungshallen
«Forum Fribourg» ein Umtrunk statt, bei dem der
christlichdemokratische Freiburger
Staatsratspräsident Michel Pittet dem neuen Bischof
die Wünsche der Kantonsregierung überbrachte.
© Neue Zürcher Zeitung -
25.05.1999