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900 Jahre Johanniterorden

fs. Basel, 29. Mai

Mit einem Festgottesdienst haben die Schweizer Johanniter am Samstag im Basler Münster das 900jährige Bestehen ihres Ordens gefeiert. Der ritterliche Orden des heiligen Johannes vom Spital zu Jerusalem hat sich aus einer Laienbruderschaft entwickelt, die bereits bestand, als die Teilnehmer des ersten Kreuzzuges 1099 Jerusalem eroberten. Der Hauptsitz des Ordens lag bis 1291 im Heiligen Land, bis 1310 auf Zypern, bis 1522 auf Rhodos und von 1530 bis 1798 auf Malta.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts fasste der Orden auch Fuss im Gebiet der heutigen Schweiz, wo nach und nach 19 Kommenden (kleinste Verwaltungseinheit) entstanden. Seit der Reformation ist der Orden in die reformierten «Johanniter» und die katholischen «Malteser» aufgeteilt. In den reformierten Gebieten der Schweiz wurden die Kommenden während der Reformation, in den katholischen Gebieten im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts aufgehoben. 1920 beschlossen Johanniter von Bern und Umgebung, den Orden in der Schweiz wieder aufleben zu lassen. 1937 erfolgte die Gründung der «Vereinigung der Johanniter-Ritter in der Schweiz». Heute zählt der Schweizer Orden rund 100 Mitglieder, zur Hälfte Deutschschweizer und vorwiegend Akademiker, insbesondere Ärzte, Anwälte und Theologen. An der Spitze der Schweizer Kommende, die sich in die Subkommenden Basel, Bern, Genf, Neuenburg, Waadt und Zürich gliedert, steht der Kommentator Thierry de Haller, Rechtsanwalt in Lausanne.

Ordenszweck der Johanniter ist es, Kranke zu pflegen, sich der Schwachen anzunehmen und für den christlichen Glauben einzustehen. Die Schweizer Ritter arbeiten, viele unterstützt von ihren Frauen, neben- und ehrenamtlich in Spitälern, Heimen, Kinderkrippen, Hilfswerken und Vorständen von Stiftungen. Das Hilfswerk der Schweizerischen Kommende unterstützt caritative Einsätze der Ordensmitglieder im In- und Ausland, aber auch andere wohltätige Institutionen. An der Jubiläumsversammlung in Basel beschloss der Rittertag, ein Stipendienprogramm für die Weiterbildung von Menschen, die im Heiligen Land im Gesundheitswesen tätig sind, zu lancieren und das therapeutische Angebot «Terra Vecchia» für gefährdete Jugendliche zu unterstützen.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 31.05.1999

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