Neuer katholischer Pfarrer für
Horgen
Ende des langjährigen Konflikts
in Sicht
K. R. Der seit Jahren schwelende
Konflikt in der katholischen Pfarrei St. Joseph in Horgen
geht seinem Ende entgegen. Nachdem der umstrittene
Pfarrer Thomas Bieger per Ende der Sommerferien 1999
seinen Rücktritt erklärt hatte, konnte in der
Zwischenzeit ein Nachfolger gefunden werden. Wie an der
Kirchgemeindeversammlung bekanntgegeben worden ist, hat
der Churer Bischof Amédée Grab der Pfarrei
Horgen auf Empfehlung des Generalvikars des Bistums Chur
in Zürich, Weihbischof Peter Henrici, und von dessen
Personalbeauftragtem August Durrer Pfarrer Wolfgang
Kunicki als Pfarrprovisor vorgeschlagen. In der
Zwischenzeit hätten die Kirchenpflege und das
Pfarreiforum, ein Beratungsorgan für Pfarramt und
Kirchenpflege, dem Vorschlag des Bischofs schriftlich
zugestimmt. Die Zusage von Pfarrer Kunicki liege
ebenfalls vor, und so könne davon ausgegangen
werden, dass der neue Pfarrer im kommenden Herbst,
bestenfalls bereits auf Anfang September, seine neue
Stelle in Horgen antreten werde. Vorbehalten bleibt die
Erteilung einer fremdenpolizeilichen Arbeitsbewilligung;
Pfarrer Kunicki ist in Weil am Rhein wohnhaft. Nach einem
Jahr besteht die Möglichkeit, Kunicki als Pfarrer zu
wählen.
Mit der Regelung der Nachfolge für Bieger ist nun
auch der Weg frei geworden für den Rücktritt
von drei weiteren Mitgliedern der Kirchenpflege. Als
Gegenleistung für personelle Veränderungen in
den Kirchenämtern im vergangenen Sommer war
es bereits zum Weggang des ebenfalls umstrittenen Vikars
Thomas Rellstab gekommen hatte sich eine Mehrheit
der sieben Mitglieder zählenden Kirchenpflege bereit
erklärt, zurückzutreten. Nach dem Abgang von
Kirchenpfleger Bruno Stillhart per Ende Juni 1998 stehen
nun noch die Rücktritte von
Kirchenpflegepräsidentin Anita Bächtiger, von
Vizepräsident Heinz Widrig sowie von Kirchenpfleger
Erich Hollenstein an.
© Neue Zürcher Zeitung -
11.06.1999