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Mehr System in der katholischen Medienarbeit

Kommunikationskonzept der Bischofskonferenz

C. W. Bern, 10. Juni

Die Schweizer Bischofskonferenz hat einen Pastoralplan für Kommunikation und Medien verabschiedet, der einerseits der gesellschaftlichen Bedeutung der Medien, anderseits den finanziellen Problemen Rechnung tragen soll. Angestrebt werden hauptsächlich eine bessere Koordination, speziell auf sprachregionaler Ebene, und die Mobilisierung zusätzlicher Mittel und Synergien. Zum obersten Ziel erklärt das Dokument eine glaubwürdige Kommunikation.

Föderalistische Vielfalt

Die Medientätigkeit der katholischen Kirche vollzieht sich auf mehreren Ebenen, zwischen denen verschiedene Beziehungen bestehen. Es gibt nationale Einrichtungen wie die zweisprachige Presseagentur Kipa und die Bildagentur Ciric, offizielle Organe in drei Sprachregionen und eine institutionalisierte Mitarbeit in den öffentlichrechtlichen Sendern, daneben jedoch eine Vielzahl von Pfarreiblättern und Publikationen der Vereine, Institutionen oder Orden. Hinzu kommen Informationsstellen der Kantonalkirchen und anderer Strukturen. Die Rolle der Medien gerade für die Kirche, die Kommunikation als eines ihrer Wesensmerkmale versteht, aber auch die Kosten der Professionalisierung und das Ende katholischer Tageszeitungen sind Gründe, einen konzeptionellen Rahmen aufzustellen, wie er auch von römischer Seite verlangt wird. Der Aufwand von insgesamt 25 Millionen Franken, wovon etwa drei Viertel auf gedruckte Medien fallen, wird zu knapp zwei Dritteln durch Abonnements und Inserate gedeckt.

Offenheit als Prinzip

Das 23seitige Papier, das Pater Willi Anderau und André Kolly namens der Medienkommission der Bischofskonferenz an deren Presseorientierung erläuterten, führt unter den «Zielwerten» die Verkündigung erst an dritter Stelle auf, nach der Glaubwürdigkeit und der Offenheit der Information, wobei die Kommunikation innerhalb der Kirche und jene nach aussen sich nicht strikt voneinander trennen liessen. Dieses Bekenntnis zur Transparenz müsste erhebliche interne Konsequenzen haben, wozu sich die anwesenden Bischöfe indessen nicht äusserten. Was die Folgerungen organisatorischer Art betrifft, so soll die Koordination auf sprachregionaler Ebene verbessert und in der französischen Schweiz ebenfalls ein Organ dafür geschaffen werden.

Der Pastoralplan plädiert für Autonomie der kirchlichen Publikationen im Rahmen ihres Auftrags, für eine unternehmerische Organisationskultur und ein Engagement von Laienorganen in den Trägerschaften. Als Möglichkeiten zur Verbesserung der finanziellen Lage werden Beiträge nichtkirchlicher Organisationen, die Mitwirkung Freiwilliger und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, speziell auch im ökumenischen Sinn, erwähnt. Die Festlegung von Prioritäten (Präsenz in den elektronischen Medien, auch Lokalradios und Erhaltung einer lesernahen religiösen Presse) sowie organisatorische Massnahmen sollen verhindern, dass um die Mittel von Fastenopfer, Zentralkonferenz und Medienopfer eine Rivalität entsteht.

Unterstützung für «Erlassjahr»

Im Hinblick auf das G-8-Treffen in Köln unterstützt die Bischofskonferenz die internationale Petition «Erlassjahr 2000» für ein Entschuldungsprogramm zugunsten armer Länder und eine völkerrechtliche Insolvenzregelung. Sie erinnert an die alttestamentliche Idee eines Schuldenerlasses und eines Neubeginns nach jeweils 50 Jahren.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 11.06.1999

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