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Innenrestaurierung der Klosterkirche Fahr

Umfassende Arbeiten nach zwei Jahren abgeschlossen

ege. Die Klosterkirche Fahr ist einerseits ein Kunstdenkmal von überregionaler Bedeutung, andererseits dient sie der Gemeinschaft der Klosterfrauen als lebendiges liturgisches Zentrum. Beide Aspekte galt es bei der Restaurierung des Kircheninnern zu berücksichtigen. Die Kirche, ein gotisch proportionierter Raum mit üppiger barocker Ausstattung, blickt auf eine bewegte Baugeschichte zurück. Bei der Restaurierung sollten jüngere Dokumente des Baus nicht entfernt werden zugunsten unvollständig erhaltener älterer Elemente und Schichten. Priorität hatte der gewachsene Istzustand sowie der Raumeindruck als Ganzes, wie der Vertreter des bauleitenden Architekturbüros bei einer Medienkonferenz erklärte.

Im Einklang mit der eidgenössischen und der aargauischen Denkmalpflege beschränkten sich die Restauratoren grösstenteils auf die fachgerechte Sicherung des umfangreichen Bestandes und die schonende Reinigung der Decken- und Wandmalereien. Freie Ergänzungen der zerstörten unteren Partien hatten zum Ziel, den illusionistischen Wandmalereien einen tragfähigen Sockel zu geben und sie damit wieder zu vollständigen Wandarchitekturen werden zu lassen. Umsichtig restauriert wurde auch das Mobiliar, von den reich inkrustierten Marmoraltären über Holzskulpturen bis zum geschmiedeten Chorgitter. Die Orgel wurde überholt und neu intoniert.

Auslöser für die eben abgeschlossene wie für frühere Restaurierungen waren massive Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk. Feuchtigkeit hatte bereits um 1900 die barocken Malereien durch Abplatzungen und Salzschäden in der Sockelzone praktisch zerstört und bis weit hinauf gefährdet. Dank einer Drainage entlang den Aussenmauern, die bei der Aussenrestaurierung vor dreissig Jahren eingebaut wurde, sind die Aussalzungen in den letzten Jahren weitgehend zum Stillstand gekommen. Der stabilisierte Feuchtigkeitshaushalt des Mauerwerks erlaubte es nun, die Rekonstruktion der zerstörten Malereien im Innern der Kirche anzugehen.

Neu kam ein unbelüfteter Hohlraum unter dem Holzboden zum Vorschein, der die Mauerfeuchtigkeit zusätzlich förderte. Im Rahmen der technischen Sanierung wurde eine Bodenheizung eingebaut. Dadurch konnten die Wandheizkörper im Schiff entfernt werden. Sämtliche elektrischen Installationen wurden ersetzt und die akustischen Anlagen erneuert. Einfach und diskret sind die neuen Deckenleuchten. Sie sollen nicht in Konkurrenz stehen zum reich ausgestatteten Innenraum. Die gesamte Renovation und Konservierung ist mit 2,7 Millionen Franken veranschlagt. Mit namhaften Beiträgen beteiligen sich der Bund und der Kanton Aargau an den Kosten. Weitere Unterstützung bieten das Mutterkloster Einsiedeln, die katholischen Landeskirchen der Kantone Aargau und Zürich sowie verschiedene Limmattaler Gemeinden.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 06.07.1999

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