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Yad-Vashem-Medaille für fünf Flüchtlingshelfer Juden gerettet

Bern, 6. Sept. (ap) Vier Schweizer und ein Ungar sind am Montag in Bern mit der Yad- Vashem-Medaille der Gerechten geehrt worden, der höchsten Auszeichnung des israelischen Staates für nichtjüdische Menschen. Die Auszeichnung wurde vom israelischen Botschafter Yitzchak Mayer überreicht. In der Schweiz wurden bisher 28 Medaillen verliehen. Die Geehrten hätten ihr Leben riskiert, um während des Zweiten Weltkrieges das Leben jüdischer Menschen zu retten, wie die israelische Botschaft mitteilte. Die Zeremonie im Berner Amtshaus fand in Anwesenheit von Bundesrat Joseph Deiss statt.

Yad Vashem ist die Gedenkstätte für die Märtyrer und Helden der Shoah in Jerusalem. Die Namen der Ausgezeichneten werden dort auf der Ehrenmauer verewigt. In der Vergangenheit fanden die Auszeichnungen in der Schweiz in geschlossenem Rahmen statt. 1997 wurde die Zeremonie erstmals öffentlich im Bundeshaus in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Flavio Cotti durchgeführt.

Mit der Medaille geehrt wurde der 85jährige Harald Feller aus Bern, der im Winter 1944/45 die Schweizer Gesandtschaft in Ungarn leitete. Er nahm zahlreiche Juden in seinem eigenen Heim auf und schützte dadurch ihr Leben. Ferner konnte er im Sommer 1944 eine ganze Gruppe jüdischer Menschen in die Schweiz retten. Der 87jährige Jean Edouard Friedrich aus La Chaux- de-Fonds erhielt die Auszeichnung, weil er als Gesandter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) 1940 bis 1945 in Berlin unter anderem dem Ehepaar Strauss zur Flucht in die Schweiz verhalf. Postum geehrt wurden zwei weitere Schweizer sowie ein Ungar. Ernest Witwer aus Rüti bei Büren (Bern) brachte zwei jüdische Knaben, die beiden Brüder René und Freddy Lévy, aus Frankreich in die Schweiz. Peter Zürcher aus Zürich sorgte als Gesandter in Ungarn dafür, dass Tausende von Juden nicht ins Ghetto geschickt und in Konzentrationslager deportiert wurden. Der ungarische Augenarzt Imre Haynal hatte in seiner Praxis Juden vor dem Zugriff der Gestapo versteckt.

 

 

© Neue Zürcher Zeitung - 07.09.1999

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