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Ein Coach und ein neuer Präsident

Konstituierende Sitzung der katholischen Kirchensynode

Die erste Sitzung der Römisch-Katholischen Kirchensynode der Amtsdauer 1999–2003 stand ganz im Zeichen der Wahlen. Als neuer Präsident des Kirchenparlaments wurde Karl Conte gewählt. Neu in der neunköpfigen Zentralkommission, die von Karl Zihlmann präsidiert wird, sind Siegfried Artmann, Franz-Xaver Herger und Rita Keller.

pi. Albert Knecht kam die Ehre zu, als Alterspräsident die fünfte Amtsperiode der Römisch- Katholischen Kirchensynode zu eröffnen. Er nahm die Gelegenheit wahr, um einige brennende Probleme zu benennen, die die Landeskirche in den kommenden vier Jahren intensiv beschäftigen werden: die Finanzprobleme der Zentralkasse, aber auch der Priestermangel. Es brauche diesbezüglich dringend Reformen. Man müsse in der katholischen Kirche über die Aufhebung des Priesterzölibats und die Ordinierung von Frauen diskutieren und endlich nachdenken, betonte Knecht. Ebenso wünschte er eine stärkere Führung der Bischöfe; sie sollten Ideen und Visionen entwickeln und das Kirchenvolk dafür begeistern.

Keine Überraschung

Danach standen die Wahlgeschäfte auf der Traktandenliste, die für keinerlei Überraschung sorgten. Die Synodalen folgten allen Vorschlägen der interfraktionellen Sitzung. Zum neuen Präsidenten der Synode wurde Karl Conte gewählt, der in Adliswil zuständig für die sozialen Aufgaben ist und in der vergangenen Amtsperiode Vizepräsident der Kirchensynode war. Danach bestimmten die Synodalen die Zusammensetzung der neunköpfigen Zentralkommission. Die sechs Bisherigen, Pfarrer Hannes Rathgeb, René Zihlmann, Josef Meier, Kurt Enderli, Walter Grossmann und Marta Zeier, wurden im ersten Durchgang gewählt. Neu in der Kommission sind Siegfried Artmann, selbständiger Maschineningenieur und Präsident des kirchlichen Stadtverbandes, Franz-Xaver Herger, Kirchgemeindeleiter und Diakon, sowie Rita Keller, Berufs- und Laufbahnberaterin. Die Zentralkommission wird in der Amtsdauer 1999–2003 wie auch schon in der vergangenen von René Zihlmann präsidiert, der mit einem Glanzresultat – 89 von 90 abgegebenen Stimmen – gewählt wurde.

Die beiden frisch gewählten Präsidenten wiesen in den Ansprachen ihrerseits auf die anstehenden Aufgaben der Kirche hin. Conte legte dar, dass die katholische Kirche in Zürich überaltert sei und immer weniger junge Menschen anziehe. Es müssten dringend neue Formen der Verkündigung gefunden und zugelassen werden. Die Rituale und die Sprache seien nicht mehr zeitgemäss.

Neuanfang nach der Churer Bistumskrise

Zihlmann meinte, dass er sich weniger als Präsident denn als Coach eines gut eingespielten Teams sehe. Dann äusserte sich der selbsternannte Coach zu vier Aufgabenkreisen, die die Synode in den kommenden vier Jahren beschäftigen werden. Erstens werde bald das Pastoralkonzept präsentiert und in die Vernehmlassung geschickt, das die kirchlichen Dienstleistungen und die Zusammenarbeit zwischen Laien und Theologen neu festlegt. Zweitens werde die Entflechtung von Kirche und Staat Auswirkungen auf die Kirchensteuer und auf die Staatsbeiträge haben. Drittens habe nach der Churer Bistumskrise mit dem neuen Bischof Amédée Grab zwar ein guter Neuanfang stattgefunden, doch müssten die Beziehungen noch verbessert werden. Viertens appellierte Zihlmann an die Solidarität unter den Pfarreien. Es brauche neue Strukturen für einen Finanzausgleich zwischen reichen und armen Gemeinden.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 24.09.1999

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