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Aids-Patienten – einsamer denn je

Aufruf Pfarrer Siebers für «Sune-Egge»

sbu. Die spektakulären Erfolge in der HIV- Therapie haben den Alltag von Pfarrer Siebers «Sune-Egge» einschneidend verändert. Starben 1996 21 Patienten der Krankenstation an der Konradstrasse im Zürcher Kreis 5, so waren es letztes Jahr 10. Gleichzeitig sind die medizinischen Kosten um 54 Prozent gestiegen – während die Subventionen von gut einer Million auf 800 000 Franken sanken. An einer Medienkonferenz resümierten Pfarrer Ernst Sieber und das Leitungsteam des «Sune-Egge» die Situation des seit zehn Jahren bestehenden medizinischen Hilfsangebots mit christlichem Hintergrund. Seitdem die Aids-Diagnose im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht mehr mit dem sicheren Tod gleichgesetzt wird, habe die Bereitschaft zur Solidarität abgenommen und die Patienten seien mit ihrem Schicksal einsamer denn je, stellten die Verantwortlichen fest.

Ein Patient schilderte gegenüber den Medienleuten, wie er durch die dauernde, streng geregelte Einnahme von Medikamenten von 7 bis 22 Uhr «gefangen» sei. Die extremen Nebenwirkungen ertrage er nur, weil er für seine Tochter weiterleben wolle. Die leitende Ärztin, Maja Hess, illustrierte die besondere Problematik der Arbeit im «Sune-Egge» anhand des konkreten Falls einer Frau, die wegen schwerer Krankheiten, verbunden mit Drogensucht, Persönlichkeitsstörungen, Depression und Verwahrlosung, in keiner anderen Institution Zuflucht gefunden habe.

Unbeeinflusst durch Veränderungen wie neue Therapieformen oder die Auflösung der offenen Drogenszene blieb die Grundidee des «Sune- Egge» bestehen: Drogenabhängige und Obdachlose sollen nicht nur medizinisch versorgt werden, sondern auch ein christlich inspiriertes Umfeld aufsuchen können, wo sie unkompliziert Hilfe erhalten. Letztes Jahr wurden 186 Patientinnen und Patienten stationär gepflegt. 3672 registrierte Konsultationen weist die Statistik für denselben Zeitraum aus. Die Ausgaben beliefen sich auf rund 4,5 Millionen Franken, die nur zum Teil durch Beiträge der Krankenkassen gedeckt werden konnten. 1998 belief sich der Betriebsverlust auf 1,445 Millionen Franken. Die Dekkung erfolgte durch Subventionen (800 000 Fr.) und Spenden (645 000 Fr.), weshalb Sieber mit einem Spendenappell an die Öffentlichkeit gelangt. Das zehnjährige Bestehen nimmt man beim «SuneEgge» zum Anlass für ein Benefiz-Fest in der Roten Fabrik. Am 22. Oktober finden unter dem Titel «Beats against Aids» eine Lesung, Konzerte, eine Videovorführung und eine Party statt.

Sozial-Medizinische Krankenstation «Sune-Egge», Konradstr. 62, 8005 Zürich. Tel. (01) 444 20 90. PC 80-37174-4.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 29.09.1999

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