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Polemik Erzbischof Dybas im deutschen Abtreibungsstreit

Kritik an der geplanten Laienstiftung

Frankfurt, 28. Sept. (Reuters) Der Erzbischof von Fulda, Johannes Dyba, hat die geplante deutsche katholische Laien-Stiftung zur Beratung abtreibungswilliger Frauen, «Donum Vitae» (Geschenk des Lebens), scharf kritisiert. «Donum Mortis» (Geschenk des Todes) wäre die passendere Bezeichnung für einen Beratungsschein, der Abtreibungen ermögliche, schrieb Dyba in einem Beitrag für die am Sonntag erscheinende Kirchenzeitung «Bonifatiusbote».

«Geistige Verwirrung»

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte die Stiftung am Freitag gegründet, um die katholische Schwangeren-Konfliktberatung auch nach dem absehbaren Ausstieg der Kirche fortsetzen zu können. Die Urheber der Stiftung litten an «geistiger Verwirrung», sie seien «politische Handlanger», die an Papst und Bischöfen vorbei eine Parallelkirche aufbauen wollten, schrieb Dyba. Abtreibungen seien aber ein «verabscheuungswürdiges Verbrechen». Mit dem Ausstieg aus dem gesetzlichen Beratungssystem handelten die deutschen Bischöfe nicht auf ein Diktat aus Rom, sondern machten vielmehr endlich wahr, was sie seit Jahren als kirchlichen Standpunkt verkündet hätten.

Der CSU-Fraktionschef im bayrischen Landtag, Alois Glück, nannte die Äusserung in Sprache und Inhalt absurd, verletzend und unchristlich. Glück ist Mitglied des ZdK und gehört zu den Mitbegründern von «Donum Vitae». Die Deutsche Bischofskonferenz wollte sich am Dienstag nicht zu dem Artikel Dybas äussern. Die grüne Politikerin Christa Nikkels warf Dyba vor, in geradezu infamer Weise das Ansehen der Bischofskonferenz und der katholischen Kirche zu schädigen.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 29.09.1999

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