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Rückkehr Bischof Belos nach Osttimor

Unklare Opferbilanz des Terrors – Zwei Milizionäre getötet

Dili, 6. Okt. (dpa/afp/Reuters) Vier Wochen nach seiner Vertreibung durch proindonesische Milizen ist der katholische Bischof von Osttimor, Carlos Belo, am Mittwoch in seine Heimat zurückgekehrt. Auf dem Flughafen von Dili wurde er von begeisterten Landsleuten begrüsst. Massive Sicherheitsvorkehrungen begleiteten die Ankunft des Friedensnobelpreisträgers. In einer ersten Erklärung forderte er das Ausland auf, alles zu tun, um dauerhaften Frieden in Osttimor zu schaffen. Vor dem Abflug im australischen Darwin hatte der Bischof gesagt, er hoffe, dass seine Rückkehr viele verängstigte Timoresen dazu bewege, ihre Verstecke in den Bergen zu verlassen und ihre Häuser wieder aufzubauen.

Hilfsorganisationen und die internationale Friedenstruppe (Interfet) zeigen sich zunehmend besorgt über die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung Osttimors nach den Wochen blutiger Gewalt noch nicht in ihre Heimatorte zurückgekehrt ist. Der Verbleib von mehreren hunderttausend Menschen ist noch ungeklärt. Dörfer und Städte, die von Interfet-Einheiten eingenommen werden, sind völlig menschenleer. Schätzungen gingen bisher von bis zu 7000 Toten des Milizen-Terrors aus.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) protestierte am Mittwoch offiziell bei der indonesischen Regierung gegen die Registrierung osttimoresischer Flüchtlinge in Westtimor. Die Behörden wollen die Flüchtlinge bei der Registrierung befragen, ob sie in ihre Heimat zurückkehren oder an einem anderen Ort angesiedelt werden wollen. Das UNHCR befürchtet, viele Menschen könnten zwangsumgesiedelt werden.

Bei einem Gefecht mit Interfet-Soldaten wurden zwei Milizionäre getötet. Zwei australische Soldaten seien verletzt worden, teilte der Interfet- Kommandant Peter Cosgrove am Mittwoch mit.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 07.10.1999

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