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Konsens in der Frage der Rechtfertigungslehre

Erklärung von Augsburg unterzeichnet

Augsburg, 31. Okt. (ap) Nach fast einem halben Jahrtausend haben der Vatikan und der Lutherische Weltbund am Sonntag einen Glaubensstreit beigelegt, der im Jahr 1530 zur Kirchenspaltung geführt hatte. Bei einem Gottesdienst in Augsburg unterzeichneten katholische und lutherische Bischöfe eine gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, mit der auch frühere Lehrverurteilungen aufgehoben werden. Papst Johannes Paul II. sprach in Rom von einem Meilenstein auf dem Weg zur Einheit der Kirche. Hoffnungen, dass beide Konfessionen das Abendmahl schon bald gemeinsam feiern könnten, wurden auf katholischer Seite aber gedämpft.

Zum erstenmal nach Jahrhunderten habe man wieder gemeinsamen Boden betreten, sagte der Präsident des Lutherischen Weltbundes, der Braunschweiger Bischof Christian Krause. Zusammen mit Kardinal Edward Cassidy rief er bei dem Festgottesdienst in Augsburg zu weiteren Fortschritten bei der Ökumene auf. Beide baten um Vergebung für die Jahrhunderte währende Gegnerschaft der Kirchen, die Konflikte und Leid über viele Menschen in vielen Ländern gebracht habe. In der Frage der Erlösung des Menschen durch Gott stellt die Erklärung einen «Konsens in Grundwahrheiten» fest. Katholiken und Lutheraner bekennen gemeinsam, dass man allein aus Gnade im Glauben an die Heilstat Christi und nicht auf Grund des einzelnen Verdienstes von Gott angenommen werde. Anno 1530 hatte der Streit um die Bedeutung guter Werke zur Kirchenspaltung geführt.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 01.11.1999

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