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Die deutschen Bischöfe geben in der Abtreibungsfrage nach

Neue Weisung des Papstes

Würzburg, 23. Nov. (Reuters) Die deutschen Bischöfe wollen die Beratung schwangerer Frauen durch die katholische Kirche im kommenden Jahr im Sinne des Papstes neu ordnen. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte am Dienstag in Würzburg, dieser Schritt sei eine Reaktion auf die Weisung des Papstes, künftig keine Beratungsscheine mehr auszustellen. Eine konkrete Aussage über Verbleiben oder Ausstieg aus der Beratung trafen die Bischöfe nicht. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, äusserte sich aber skeptisch über die Aussichten auf ein Verbleiben in der gesetzlichen Beratung. Unmittelbar vor den zweitägigen Beratungen des Ständigen Rates der deutschen Bischöfe im Würzburger Kloster Himmelspforten hatte der Papst die Bischöfe in einem neuen Brief angewiesen, künftig keine Beratungsscheine mehr auszustellen.

«Wir haben gekämpft und verloren», erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Lehmann, nach dem Treffen in Würzburg. Nun gehe es darum, in die Zukunft zu schauen und zu sehen, ob die Beratung noch zu retten sei. Die Bischöfe würden sich um eine Möglichkeit bemühen, auch ohne den Schein in der staatlichen Beratung zu bleiben.

Einzelne Stimmen des Widerstandes

Der Sprecher des Limburger Bischofs Franz Kamphaus kündigte dagegen an, das Bistum Limburg werde nicht aus der staatlichen Beratung aussteigen. Es werde sich aber an den Beratungen über eine Alternative für die Ausstellung des Beratungsscheins beteiligen. Dabei müsse sich jedoch eine Lösung ergeben, die das Verbleiben in der gesetzlichen Beratung garantiere. Möglich sei etwa, dass die Beratung auch ohne den Schein anerkannt werde. Finde sich keine überzeugende Alternative, werde der Beratungsschein in Limburg weiterhin ausgestellt. Bischof Kamphaus fühle sich verpflichtet, auch die Frauen in Konfliktsituationen zu erreichen.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 24.11.1999

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