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A wie Anfang und nicht wie Apokalypse

Projekte der Kirchen zum Jahreswechsel

pi. Alles rüstet sich zum Silvester. In diesem Jahr wird wegen des magisch anmutenden Datumswechsels wohl besonders heftig und laut gefeiert. In der Zürcher Innenstadt zwischen Sechseläutenplatz und Gemüsebrücke werden an der Freiluftparty mit einem grossen Feuerwerk, mit Schaubuden, Chilbibahnen und Marktständen gegen 100 000 Festfreudige erwartet. Viele möchten dem Rummel und fröhlichen Trubel an diesem 31. Dezember aber lieber entkommen, ohne alleine zu sein. An jene Menschen richtet sich ein ökumenisches Projekt der Zürcher Landeskirche, das den Titel «2000: anno domini» trägt. Damit wollen die Kirchen einerseits an unser geistliches und kulturelles Erbe erinnern und anderseits eine Offenheit gegenüber der Zukunft signalisieren, wie Philippe Dätwyler, Leiter des kirchlichen Informationsdienstes, anlässlich der Präsentation darlegte.

Orte der Stille und des Gebets

Am kirchlichen Projekt sind zum einen über 125 reformierte und katholische Gemeinden und Pfarreien im Kanton beteiligt. Sie halten in der Silvesternacht ihre Pforten offen, damit man sich an diese Orte der Stille, des Gebetes und der Meditation zurückziehen kann. Einzelne Kirchgemeinden organisieren darüber hinaus Gottesdienste, Nachtessen, Apéros, Konzerte, Fussmärsche und Filmprojektionen. Einige bieten zudem Gespräche mit Seelsorgern an. Gerade um die Weihnachtszeit und an den Neujahrstagen werden nicht wenige Menschen emotional stark bewegt, fühlen sich bedrückt, einsam, traurig, melancholisch und hätten gerne einen Gesprächspartner.

Auch die Zürcher Altstadtkirchen verwandeln sich in der Silvesternacht – mitten im Neujahrsrausch – zu Oasen der Ruhe. Auf Plakaten wird auf die Angebote (besondere Öffnungszeiten, Gottesdienste, Konzerte) des Grossmünsters, des St. Peters, der Prediger-, der Liebfrauen-, der Augustinerkirche und des offenen St. Jakobs am Stauffacher hingewiesen; das Fraumünster bleibt in der Silvesternacht geschlossen. Speziell wird in diesen Tagen des Wechsels und des Neuanfangs auf die Telefonnummer 143 der dargebotenen Hand hingewiesen, die Hilfe in Form von Gesprächen und Beratung bietet.

Sieben Veranstaltungen im St. Peter

Ein wichtiger Bestandteil von «2000: anno domini» ist die siebenteilige Veranstaltungsreihe «A wie Anfang». An sieben Abenden – zwischen Weihnachten, 25. Dezember, und der Silvesternacht – finden im Zürcher St. Peter Veranstaltungen mit Musik und Texten statt. Ziel ist es, eine Brücke zwischen den Jahren 1999 und 2000 zu schaffen. Die Darbietungen nehmen in lockerer Form Bezug auf die sieben Schöpfungstage in der Bibel. Am 25. Dezember sind unter anderen Weihnachtschoräle aus dem 10. Jahrhundert zu hören, die am Übergang vom ersten zum zweiten nachchristlichen Jahrtausend stehen. Neben Werken aus der Kinderkompositionsklasse des Konservatoriums zu den sieben Schöpfungstagen (26. Dezember) sind am 27. Dezember Roland von Straaten (Harmonika) und am 28. Dezember die Uraufführung «Neue Triebe aus alten Wurzeln» des neuen Original-Appenzeller-Streichmusikprojekts zu hören. Das Hilliard Ensemble singt am 29. Dezember mittelalterliche Weihnachtsmusik; am 30. Dezember stehen «Kunst und Künstlichkeit der Schöpfung» mit Kompositionen des Schweizerischen Zentrums für Computermusik im Zentrum des St. Peters, und in der Silvesternacht steht das Projekt «A wie Anfang» (und nicht wie Apokalypse) von Paul Giger, Geige, und Glen Velez, Rahmentrommeln, auf dem Programm. Der Preis für die Karten ist mit 25 Franken bewusst tief gehalten, damit möglichst viele Zuhörer diesen doch aussergewöhnlichen und inspirierenden Veranstaltungen beiwohnen können.

 

 

© Neue Zürcher Zeitung - 02.12.1999

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