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Wenig Interesse für den Volcker-Bericht in Israel

Ung. Jerusalem, 7. Dezember

Die Balkenüberschrift «Jüdischer Weltkongress: Die schweizerischen Banken müssen sich entschuldigen» zog sich zwar über fünf Spalten hinweg, doch im übrigen widmete die israelische Tageszeitung «Maariw» der Veröffentlichung des Volcker-Berichts über die nachrichtenlosen Bankkonti aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges genau 22 Zeilen auf Seite 26 ihrer Dienstagsausgabe. Mit dieser Gewichtung steht «Maariw» keineswegs allein in der Medienszene des jüdischen Staates. Auch «Yediot Achronot», das auflagenstärkste Blatt des Landes, verdrängte das Thema gestern in den hinteren Teil der Zeitung, wobei der Leser hier immerhin auch einen Hintergrundbericht vorfand.

Auch die anderen wichtigen israelischen Blätter zerrissen mit ihrer Abdeckung des Volcker-Berichts keine grossen Stricke. Die Zeitungen «Jerusalem Post» und «Haaretz» placierten ihre Artikel zwar auf der ersten Seite, doch verzichteten sie auf Kommentare. «Haaretz» zitierte wenigstens Zvi Barak, eines der jüdischen Mitglieder der Kommission. Barak vertritt die Meinung, die Zahl der Konti von den im Holocaust umgekommenen Juden sei viel höher als die nun bekannten 54 000. Er begründet seine Ansicht mit der Tatsache, dass die Kommission nur 4 Mio. der total 6,7 Mio. Konti prüfen konnte, die bei Kriegsende auf Schweizer Banken geführt wurden. Neben der geschriebenen Presse beschränkten sich auch die elektronischen Medien des Landes auf nüchterne Hinweise zur Veröffentlichung des Volcker-Berichtes und verzichteten auf Kommentare oder Analysen. Hier und dort wurde die Tatsache betont, dass den Schweizer Banken keine vorsätzliche Irreführung in die Schuhe geschoben werden kann. Möglicherweise hatten die israelischen Journalisten ihr Pulver bereits verschossen, als die Banken und die jüdische Seite den Deal über die 1,25 Mrd. $ erzielten, die an die Inhaber oder Erben nachrichtenloser Konti auszuzahlen sind.

 

© Neue Zürcher Zeitung - 08.12.1999

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