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Vertrauen in Churer Bischof wiedergefunden

Sitzung der Römisch-Katholischen Kirchensynode

pi. Das Geschäft ging schlank über die Bühne, und doch hatte es einen grossen Symbolcharakter: Die Mitglieder der Römisch-Katholischen Synode stimmten einhellig dem Antrag der Zentralkommission zu, den seit 1990 sistierten Bistumsbeitrag von knapp 400 000 Franken wieder nach Chur zu überweisen. Damit haben die Zürcher Katholiken das «Kriegsbeil» endgültig begraben und nach der Krise um den wenig geschätzten Bischof Wolfgang Haas wieder Vertrauen in die Leitung der Churer Diözese gefasst.

Projekt Bistum Zürich weiterverfolgen

Sowohl die Zentralkommission in ihrem Bericht als auch die Sprecher der vorberatenden Kommission hielten die vielen vertrauensbildenden Schritte des neuen Bischofs Amédée Grab fest, welche die während acht Jahren getrübten Beziehungen zwischen Zürich und Chur wesentlich und merklich verbessert haben. Namentlich erwähnt wurden die Reaktivierung der seit 1994 stillgelegten diözesanen Finanzkommission, die Überarbeitung des Finanzstatus, die personellen Änderungen im Bischofs- und im Priesterrat. Überdies habe Bischof Grab, der weder Vorurteile noch Berührungsängste kenne und sich durch eine offene Haltung auszeichne, die Spitzen der katholischen, aber auch der reformierten Kirche, Zürcher Regierungsvertreter und verschiedentlich das Kirchenvolk in Zürich besucht.

Die Zentralkommission hält im Bericht fest: «Der frostig kalte Boden wurde innert weniger Monate mit vereinten Kräften aufgeweicht und zum fruchtbaren Humus neu wachsenden Vertrauens umgearbeitet.» In diesem Geist fiel der Beschluss einstimmig, die Bistumsbeiträge wieder nach Chur zu schicken; dies ist um so nötiger, als sich die Diözese in einer prekären Finanzlage befindet. Als Zeichen der Solidarität wird zudem die Zürcher Zentralkasse die Kosten für das Generalvikariat im Rahmen des ordentlichen Budgets tragen. Schliesslich soll die Zentralkommission das Projekt Bistum Zürich im konstruktiven Dialog mit dem Bischof von Chur weiterverfolgen. Die Synode verpflichtete die Zentralkommission darauf, die Mitwirkungsrechte bei der Wahl des Bischofs zu wahren, und zwar im Hinblick auf ein eigenes Bistum.

Austritt und kirchliche Dienstleistungen

Einer zentralen Frage widmeten sich die Synodalen zu Beginn der Sitzung: Was geschieht mit Kirchenmitgliedern, die aus der öffentlichrechtlichen Körperschaft ausgetreten sind und eine kirchliche Dienstleistung beanspruchen möchten? In diesem Zusammenhang betonte Weihbischof und Generalvikar Peter Henrici, dass den aus der Kirche Ausgetretenen die elementarste kirchliche Betreuung wie Begräbnisse und Taufen nicht verweigert werden dürfe; ebenso sei die Erhebung von Gebühren grundsätzlich und endgültig abzulehnen. Allen Kirchenpflegern und Seelsorgern wird in Absprache mit dem Generalvikar ein Bericht abgegeben, sozusagen als Handreichung, der sich auf praktische Gesichtspunkte im pastoralen Umgang mit Austrittswilligen und Ausgetretenen sowie zur Möglichkeit eines Wiedereintritts beschränkt.

Schliesslich präsentierte die Zentralkommission der Synode ein 38-Millionen-Franken-Budget 2000 mit einem Ertragsüberschuss von über 300 000 Franken, das gutgeheissen wurde.

 

 

© Neue Zürcher Zeitung - 10.12.1999

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