Aktion 2000 / Gäste

Sr. Dhanam, Indien

 

Am 25. Januar 1996 wurde der Fastenopfer-Direktorin ein Projektantrag überreicht: Sr. Dhanam aus Indien sollte mit CHF 30'000.- für das erste Jahr im 600-Seelen-Dorf Subramaniapuram (bei Orikottai, Tamil Nadu) einen Entwicklungsprozess in die Wege leiten. Die Inderin Sr. Dhanam gehört zu den Holy Cross Schwestern, den Ingenbohler-Schwestern in Indien. Am 23. August 1996 wurde nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen der Betrag von CHF 7'000.- ans Holy Cross in Orikottai für die Arbeit in 10 Dörfern während eines Jahres überwiesen -.

Im darauf folgenden Jahr wurde ein 3-Jahres-Programm für CHF 28'000.- vereinbart, für die Arbeit in 15, 20 und schliesslich 25 Dörfern. Der anfänglichen Skepsis von Sr. Dhanam machte bald Begeisterung Platz, wurde doch sichtbar, dass ein Dienst im Sinne der «Option für die Armen» relativ bescheidene Mittel, dafür umso mehr persönliches Engagement, innere Kraft und positive Ausstrahlung verlangt. Sr. Dhanam baut bei ihrer Arbeit mit den Entrechteten ganz auf diese Qualitäten, strahlt sie aus und hilft den Betroffenen, sie im Verlaufe des Entwicklungsprozesses selbst zu entfalten.

Die strategische Bedeutung der Frauengruppen und Dorforganisationen mit selbstverwalteten Ersparniskassen, die ganz auf den eigenen Einlagen der Betroffenen und ohne jegliche Zuschüsse von aussen aufbauen, leuchtete Sr. Dhanam ein - so sehr, dass zwei weitere Projekte ähnlicher Art in Tamil Nadu entstehen konnten. Heute koordiniert Sr. Dhanam das Netzwerk der 8 Partnerorganisationen des Fastenopfers in Zentral- und West Tamil Nadu, organisiert den Erfahrungsaustausch unter den Partnerorganisationen und führt Weiterbildungen durch.

Zeit: 18.März - 2. April 2000

Koordination:
Gabriela Sieber, Fastenopfer,
Tel. 041 210 76 55, Fax 041 210 13 62,
e-mail: sieber@fastenopfer.ch

 

Georgine Kenge Djeutane, Kamerun

 
Georgine Kenge Djeutane, Kamerun  

Die schweizerischen Entschuldungsmassnahmen haben - als Folge der Petition «Entwicklung braucht Entschuldung» - in einigen Ländern erste Erfolge erzielt. Seit Februar 1999 sind nun auch Entschuldungs-Verhandlungen zwischen der Schweiz und Kamerun im Gang.

Geprüft werden die Rahmenbedingungen einer Entschuldungsaktion in Kamerun und die Möglichkeit eines Gegenwertfonds. Die Mittel daraus könnten zum Beispiel für die Unterstützung der kirchlichen kamerunesischen Grundschulen eingesetzt werden, die seit dem Wegfall staatlicher Subventionen an einer Finanzkrise leiden und gegenüber den Lehrkräften und dem Staat stark verschuldet sind.

Für die Schweiz ist die Ökonomin Georgine Kenge Djeutane eine wichtige Ansprechpartnerin. Sie beschäftigt sich nach dem Abschluss ihrer Doktorarbeit über die Verschuldungskrise in Zentralafrika mit der Entschuldungsproblematik.
Georgine Kenge Djeutane war im Sekretariat des Club de Yaoundé tätig, einer Arbeitsgemeinschaft aus Mitgliedern aller kirchlichen Schulen Kameruns, des Erziehungsministeriums sowie kirchlicher Organisationen. Dieser erarbeitet Grundlagen über die finanzielle Situation der Schulen und schlägt Massnahmen zur Lösung ihrer Situation vor.

Im April 1999 fand Schuldenseminar in Kamerun statt, zu dem auch die schweizerische Entschuldungsstelle der Arbeitsgemeinschaft (Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas) eingeladen war. Ziel des Seminars war, die Möglichkeit von Schuldenkonversionen mit Experten, NGOs und Regierunsvertretern zu diskutierten sowie im Rahmen der Jubilee 2000-Kampagne Lobbyarbeit für einen Schuldenerlass zu machen. Das von Georgine Kenge Djeutane moderierte Seminar war für die Kirchen ein grosser Erfolg, da sich Vertreter der Ministerien und NGOs gemeinsam für Entschuldungsmassnahmen einsetzten.

Gegenwärtg ist Georgine Kenge Djeutane Koordinatorin und Forschungsbeauftragte des Service Oecuménique pour la Paix (SeP), und Koordinatorin der Kampagne Jubilee 2000 in Kamerun, welche das Thema und die Auswirkungen der externen Verschuldung auch an der Basis bekannt machen will und für eine Verbesserung der Lebenssituation der armen Bevölkerung kämpft.

Georgine Kenge Djeutane weilt vom 10. - 26. März 2000 in der Schweiz.

Koordination: Brot für alle, Missionsstrasse 21, 4003 Basel.
Tel. 061 268 83 36, Fax 061 268 82 68
e-mail: salathe@bfa-ppp.ch

Eugenio M. Gonzales, Philippinen

 
Eugenio M. Gonzales, Philippinen  

Der Industrie-Ingenieur Eugenio M. Gonzales ist seit 18 Jahren in der Planung, der Realisierung, Betreuung und Auswertung von Entwicklungsprojekten tätig. 1993 wurde er von der schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke als Vertreter der philippinischen Nichtregierungsorganisationen (CODE-NGO, Zusammenschluss von Entwicklungsorganisationen) und als leitender Berater für den Aufbau eines philippinischen Gegenwertfonds verpflichtet.

Dieser wird aus dem schweizerischen Entschuldungsfonds gespiesen, der zusammen mit anderen Schweizer Entschuldungsmassnahmen auf die Petition «Entwicklung braucht Entschuldung» zur 700-Jahrfeier von 1991 zurückgeht.

1995 wurde nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen den Philippinen und der Schweiz sowie zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beider Länder ein Vertrag zur Streichung von 50 Prozent der bilateralen Schulden unterschrieben und ein Gegenwertfonds in der Höhe von mehr als 21 Millionen Franken eingeführt. Seit 1996 sind ungefähr 4,5 Millionen Franken zur Unterstützung von Projekten eingesetzt worden, 95 Prozent davon in Form von Krediten und Darlehen.

Der Gegenwertfonds in den Philippinen gilt als aussergewöhnlich und vorbildlich, weil die finanziellen Mittel von der Foundation for a Sustainable Society, Incorporation (FSSI) verwaltet werden. Deren Trägerschaft besteht aus philippinischen NGOs und aus dem philippinischen Finanzdepartement, das allerdings über kein Stimmrecht verfügt. Im Stiftungsrat vertreten ist HEKS (mit Stimmrecht) sowie die Schweizer Botschaft (beratend).

Der FSSI verwaltet unter der Geschäftsleitung von Eugenio M. Gonzales die Mittel der Stiftung und wählt unter dem Kriterium der Nachhaltigkeit Projekte aus: Kredite erhalten sozial gerechte, umweltverträglich produzierende und wirtschaftlich entwicklungsfähige Betriebe. Gegenwärtig unterstützt der FSSI über 30 Projekte im Bereich der nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft, der Fischerei und der Bewirtschaftung des Meeres, der Entsorgung und Wiederverwertung von Abfall sowie der Förderung von Kooperativen, kleinerer und mittlerer Unternehmen.

Eugenio Gonzales zur Arbeit des FSSI: «Wir warten immer noch auf eine Gesamtstrategie der Regierung zur Bekämpfung der Armut. Aber bis jetzt war eine solche nicht ersichtlich. Doch anstatt beiseite zu stehen und auf diese Strategie zu warten, haben wir selber die Initiative ergriffen und Projekte gesucht, denen wir nicht nur Geld aus dem Fonds, sondern auch Beratung in Marketing und Technik liefern, damit sie auf eigenen Füssen stehen können und nicht auf ein Programm der Regierung angewiesen sind.»

Eugenio Gonzales weilt vom 10. - 26. März 2000 in der Schweiz.

Koordination: Brot für alle, Missionsstrasse 21, 4003 Basel.
Tel. 061 268 83 36, Fax 061 268 82 68
e-mail: salathe@bfa-ppp.ch

 

Dom Luiz Demétrio Valentini, Bischof von Jales, Brasilien

 
Dom Luiz Demétrio Valentini, Bischof von Jales, Brasilien  

Dom Demétrio, geboren 1940 in São Valentim (Braslien), ist seit 1982 Bischof und hatte bis vor kurzem das Amt der Sozialpastoral innerhalb der brasilianischen Bischofskonferenz inne. Als Leiter der Sozialpastoral war er zuständig für die Durchführung der III. Sozialwoche der Kirche Brasiliens.

Seit 1991 führt die brasilianische Kirche von Zeit zu Zeit «Sozialwochen» zu einem für Kirche und Gesellschaft besonders brisanten Thema durch, Veranstaltungen, die im ganzen Lande starken Widerhall finden. 1999 fand die III. Sozialwoche ihren Abschluss. Das Thema lautete: «Erlass der sozialen Schulden: Gerechtigkeit und Solidarität und Aufbau einer demokratischen Gesellschaft». Das Fastenopfer hat die Durchführung der brasilianischen Sozialwoche als Projekt seines Missionsteils unterstützt. Übrigens wird als Folge der vermehrten ökumenischen Zusammenarbeit in Brasilien die Fastenaktion 2000 zum ersten Mal ökumenisch durchgeführt.

Bischof Demétrio hat sich auch international stark mit mit der Verschuldungsfrage beschäftigt. 1999 nahm er an den Veranstaltungen zur Erlassjahr-Kampagne in Köln anlässlich des Gipfeltreffens der G7 teil. Dom Demétrio wird zur Eröffnung der Aktion «Time out - anders weiter» am FO / BFA-Symposion vom 9. März 2000 sprechen und am Eröffnungsgottesdienst teilnehmen. Er spricht Französisch

Bischof Demétrio weilt vom 8.- 12. (???) März 2000 in der Schweiz

Koordination:
Men Dosch, Fastenopfer
Tel. 041 210 76 55, Fax 041 210 13 62
e-mail: dosch@fastenopfer.ch

 
   
Webmaster - Impressum - Geändert: 7/1/2000 - © 2000 Brot für alle / Fastenopfer