Heute ist Reis für mehr als die
Hälfte der Menschheit das Grundnahrungsmittel und wird auf allen
Kontinenten angepflanzt. 90 Prozent der gesamten Welternte wird in Asien
erzeugt. Die Länder mit dem grössten Reisanbau sind China (187, 5 Mio
Tonnen Jahresernte), Indien (111 Mio), Indonesien (44,3 Mio), Bangladesh (28, 6
Mio), Thailand (20 Mio), Vietnam (19,4 Mio), Brasilien (9, 5 Mio), USA (7 Mio),
Nigeria (3,2 Mio), Italien (1,3 Mio) und Australien (0,7 Mio). Sieben von zehn
Reisessern leben in Asien: In Vietnam, Kambodscha, Burma und Bangladesh wird
weltweit am meisten Reis konsumiert. An zweiter Stelle stehen Indonesien,
Thailand, Nepal, Liberia und Guinea, gefolgt von China, Japan, Peru, Surinam,
Guyana und Malaysia. Die asiatischen Länder produzieren damit den
grössten Anteil an Reis für ihren Eigenbedarf - nur vier Prozent der
Weltproduktion werden exportiert. Den internationalen Markt beherrschen die
USA, Vietnam, Thailand und China.
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Mit dem 20. Jahrhundert ist für den
Reis ein neues Zeitalter angebrochen: Das Ernährungsproblem
vergrössert sich parallel zur Bevölkerungsexplosion und in Asien wird
die Bevölkerung bis ins Jahr 2025 um 50 Prozent angewachsen sein. Bis
dahin werden die Menschen doppelt soviel Reis wie heute konsumieren.
Mit der «Grünen Revolution» wurde die
Reisproduktion seit den 60er Jahren zwar verdoppelt. Vor allem auf Initiative
des Internationalen Reisforschungsinstitutes (IRRI) auf den Philippinen wurde
der Ertrag nicht dank Vergrösserung der Produktionsflächen, sondern
mit neuen technischen Mitteln gesteigert: neue Bewässerungstechniken,
Einsatz von Chemie (Kunstdünger und Pestizide) und Züchtung von
Hochertragssorten. Der massive Produktonsanstieg wurde von den Regierungen, die
eine Bewältigung des Ernährungsproblems erhofften, allzu optimistisch
begrüsst, denn die Nachteile der «Grünen Revolution» wurden
bald offenkundig. Der Bedarf an Saatgut, Kunstdünger und Pestiziden
stürzte die Kleinbauern in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen
und verursachte hohe Kosten. Diese sozialen Auswirkungen wurden von
ökologischen Folgen begleitet: Durch den übermässigen Einsatz
künstlicher Reissorten war die Artenvielfalt gefährdet und von rund
120 000 in der Natur vorkommenden Sorten wurden nur noch wenige hundert
angepflanzt und das Wasser in den Reisfeldern zunehmend verschmutzt und
überdüngt.
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Nichtregierungsorganisationen und
Hilfswerke wie Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein fördern
als Alternative zu diesen zerstörerischen Anbaumethoden mit verschiedenen
Projekten eine umweltverträgliche, diversifizierte und auf den lokalen
Gegebenheiten aufgebaute Reisproduktion. Sie unterstützen die
Neuentdeckung traditioneller Anbaumethoden und die Schaffung von
gemeinschaftsfördernden Einrichtungen wie Reisbank, Reismühle und
Ersparniskasse. Dank dieser Form der Nahrungsmittelsicherung können die
Farmer sich und ihre Familien ernähren und befreien sich aus ihrer
Abhängigkeit von grossen Firmen und Grossgrundbesitzern, bei denen sie oft
verschuldet sind.
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